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Panorama In Sekunden einsatzfähig: Neue Airport-Feuerwache in Betrieb
Mehr Hessen Panorama In Sekunden einsatzfähig: Neue Airport-Feuerwache in Betrieb
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10:54 16.02.2021
In der neuen Feuerwache 1 im Cargo City Süd des Frankfurter Flughafens steht ein Rosenbauer GFLF 60/125-15-5P Simba Großflughafenlöschfahrzeug für den Einsatz bereit.
In der neuen Feuerwache 1 im Cargo City Süd des Frankfurter Flughafens steht ein Rosenbauer GFLF 60/125-15-5P Simba Großflughafenlöschfahrzeug für den Einsatz bereit. Quelle: Arne Dedert/dpa/Archivbild
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Frankfurt/Main

Die Stiefel samt Einsatzhose stehen schon neben dem Löschfahrzeug bereit - im Ernstfall muss es schließlich schnell gehen. "Stiefel an und Hose hochziehen, Jacke drüber, Helm auf - in 30 Sekunden muss man einsatzfähig sein", sagt Annette Rückert, Leiterin des Vorbeugenden Brandschutz des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport. Die drei Rutschen und Stangen in der Fahrzeughalle, in der 18 Löschfahrzeuge Platz finden, sorgen dafür, dass die Feuerwehrleute im Alarmfall auch innerhalb der vorgeschriebenen 180 Sekunden aus ihren Ruheräumen zu den Fahrzeugen gelangen.

Erst vor wenigen Tagen hat die neue Feuerwache des größten deutschen Verkehrsflughafens nach zweieinhalbjähriger Bauzeit den Betrieb aufgenommen in der Cargo City Süd, also im Frachtbereich des Flughafens. Noch riecht es in vielen Korridoren "neu", in einigen Büroräumen stehen noch Umzugskartons auf den Tischen. Wegen der Corona-Schutzmaßnahmen arbeiten insbesondere viele Verwaltungsmitarbeiter, die nicht unbedingt vor Ort sein müssen, von zu Hause aus.

Ein paar "Kinderkrankheiten" hat das neue Gebäude noch - etwa bei einem Teil der Automatiktüren, die nun doch noch nicht wie gewünscht per Knopfdruck aufschwingen. Geklagt wird dennoch wenig, denn beim Konzept wurden auch Mitarbeiterwünsche wahr - etwa bei den 33 Einzelruheräumen für die Feuerwehrleute, die im 24-stündigen Bereitschaftsdienst sind. Bisher teilten sie sich immer zu zweit einen Raum. Nun haben sie nicht nur mehr Privatsphäre, sondern können coronakonform ausspannen zwischen den Einsätzen. "Da waren wir Corona einen Schritt voraus", sagt Rückert angesichts des bereits vor Jahren geplanten Konzepts für die neue Wache. Auch beim Fernsehraum mit den breiten Sesseln im Kinoformat wurden Mitarbeiterwünsche berücksichtigt.

Besonders stolz sind Rückert und ihre Kollegen auf das Feuerwehr-Trainings-Center. Es ist wie die gesamte Feuerwache auf dem neuesten Stand der Technik. In dem 23 Meter hohen Übungsturm etwa kann die Rettung von Menschen aus brennenden und verrauchten Gebäuden simuliert werden. Ausbildung könne unter realen Bedingungen durchgeführt werden, betont Rückert. Bei den sogenannten Planübungen können die Anwärter in den neuen Lehrräumen ebenfalls mit Hilfe von Modellen lernen, wie ein Einsatz auf dem Vorfeld geplant wird.

Für den regelmäßigen Tauglichkeitsnachweis, in dem Feuerwehrleute ihre Fitness unter Beweis stellen müssen, gibt es einen Atemschutzparcours, in dem ebenfalls der Einsatz in einem dunklen, verrauchten und heißen Gang simuliert wird - einschließlich einer schmalen Röhre, in die die Feuerwehrleute nicht mehr mit dem Sauerstoffgerät auf dem Rücken passen.

Eine entscheidende Verbesserung im Vergleich zu der Vorgänger-Wache, die nun außer Betrieb genommen wurde: Neben dem neuesten technischen Stand ist es mit dem Neubau gelungen, zahlreiche Funktionen unter einem Dach zu vereinen - neben der Feuerwache und dem Trainingscenter etwa auch den Vorbeugenden Brandschutz, Verwaltung und Werkstätten. "Was früher über sechs verschiedene Standorte verteilt war, ist nun zusammengezogen", sagt Rückert.

Insgesamt 256 Mitarbeiter hat die Flughafenfeuerwehr - normalerweise 64, die pro Schicht auf die drei Feuerwachen verteilt sind. Auf der neuen Feuerwache Eins sind mit jeweils 31 Feuerwehrleuten im 24 Stunden-Dienst die meisten.

Die "Alarm-Ampeln" auf den Korridoren sind bisher ruhig geblieben - dass seit Monaten weniger Flugzeuge in der Luft sind, wirkt sich auch auf das Einsatzgeschehen der Flughafenfeuerwehr aus. So gab es im vergangenen Jahr nur 35 Sicherheitslandungen, bei denen die Feuerwehr bereitsteht, weil ein Pilot bespielsweise technische Probleme angezeigt hat - im Jahr zuvor waren es noch 85 gewesen. Und während im Jahr 2019 insgesamt 172 meist kleinere Brände gelöscht wurden, waren es im vergangenen Jahr 72.

© dpa-infocom, dpa:210216-99-457970/4

dpa