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Panorama Nach Polizeieinsatz in Psychiatrie: Frau wird entschädigt
Mehr Hessen Panorama Nach Polizeieinsatz in Psychiatrie: Frau wird entschädigt
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16:00 11.03.2021
Vor einem Gerichtsgebäude steht u.a. eine Statue der Justitia.
Vor einem Gerichtsgebäude steht u.a. eine Statue der Justitia. Quelle: Stefan Puchner/dpa/Symbolbild
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Frankfurt/Main

Sie sprach der 47-Jährigen stattdessen eine finanzielle Entschädigung zu, weil sie für sechs Monate vorläufig in einer Klinik untergebracht war (AZ 3290 Js 224765/20).

Die psychisch auffällige Frau hatte durch lautes Schreien und Poltern in ihrer Wohnung im Juni vergangenen Jahres den Einsatz eines Spezialkommandos der Polizei ausgelöst. Dessen Beamte drangen mit großen Schutzschilden ausgestattet in die Wohnung ein. Dabei hielt die Frau ein Messer in der Hand und zielte gegen eines der Schilde.

Laut Urteil war eine Verletzung des Beamten wegen des Schutzschildes so gut wie unmöglich. Darüber hinaus äußerte der Vorsitzende der Schwurgerichtskammer Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Einsatzes gegen eine psychisch kranke Frau. Sie habe vor Gericht nachvollziehbar und glaubwürdig dargestellt, dass sie aufgrund ihrer Biografie in ihrem afrikanischen Heimatland Sierra Leone besonders große Angst vor Einsätzen der Polizei und des Militärs habe. Eine "Gefahr für die Allgemeinheit" sei in ihrem Handeln nicht erkennbar gewesen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

© dpa-infocom, dpa:210311-99-782513/3

dpa