Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Panorama Mordprozess: Mutter des Toten verteidigt Sekten-Chefin
Mehr Hessen Panorama Mordprozess: Mutter des Toten verteidigt Sekten-Chefin
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:34 24.10.2019
Die 72-jährige Angeklagte betritt mit ihrem Anwalt Matthias Seipel den Gerichtssaal. Quelle: Jörn Perske/dpa
Hanau

Sie habe alle Kinder lieb gehabt und darum gerungen, sie auf den richtigen Weg zu bringen.

Dieser Aussage gegenüber stehen jedoch interne Unterlagen aus der Gruppe, die ein anderes Bild vermitteln. Die Schriftstücke - Tagebucheinträge und Briefe, womöglich von der Angeklagten - wurden als Beweismittel präsentiert: Darin sei der Junge als "fieser, kleiner Kerl" bezeichnet worden, der "dreckig grinst und nach Lust und Laune in die Hose" mache. Um Schlimmeres zu verhindern, habe Gott das Kind zu sich geholt. Die Eltern des Jungen hätten ihn sonst später nicht mehr bändigen können, heißt es darin. Die Mutter des toten Jungen räumte ein, dass sie als Mitglied der Glaubensgemeinschaft die Passagen kenne. Darüber sei in der Gruppe gesprochen worden.

Die Staatsanwaltschaft Hanau wirft der 72-jährigen Frau vor, den vierjährigen Jungen an einem heißen August-Tag im Jahr 1988 getötet zu haben. Sie habe den in einen Leinensack eingeschnürten Jungen, auf den sie aufpassen sollte, im Badezimmer ihres Hauses seinem Schicksal überlassen. Vermutlich ist er erstickt. Die Angeklagte soll den Jungen als "von den Dunklen besessen" angesehen haben, wie das Gericht erklärte. Die Verteidigung wies die Vorwürfe zurück. Die Polizei ging damals davon aus, dass der Junge an Erbrochenem erstickte - ein Unglücksfall ohne Fremdeinwirkung.

dpa

Radwege statt Autospuren: In Frankfurt hat der Ausbau zur "Fahrradstadt" begonnen. Nach einem entsprechenden Beschluss der Stadtverordnetenversammlung von Ende August stellte Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) nun am Donnerstag den ersten neu angelegten, leuchtend rot markierten Radweg am nördlichen Mainufer vor.

24.10.2019

Der Wolf kehrt zunehmend nach Deutschland zurück. Es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis sich mehr als acht Jahre nach dem Wolf im Reinhardswald wieder ein Tier in Hessen niederlässt. Heiße Kandidaten gibt es bereits.

24.10.2019

Das geplante documenta-Institut in Kassel soll 2020 an den Start gehen. "Im kommenden Jahr soll zunächst eine kommissarische wissenschaftliche Leitung eingesetzt, parallel dazu die wissenschaftliche Leitung in einer gemeinsamen Berufung mit der Universität Kassel ausgeschrieben werden", erklärten die Projektpartner am Donnerstag gemeinsam.

24.10.2019