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Panorama Die weltgrößte Forst-Demomesse im Knüll
Mehr Hessen Panorama Die weltgrößte Forst-Demomesse im Knüll
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11:56 26.02.2020
Lars Seibert demonstriert die Wettkampf-Disziplin „Hot Saw“. Auch in Schwarzenborn wird es ­Vorführungen im Sportholzfällen geben. Quelle: Martin Schutt
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Schwarzenborn

Die Organisatoren bezeichnen die Veranstaltung als weltweit größte­ Forst-Demomesse und wichtigsten internationalen Branchentreff des Jahres.

Inzwischen hat der Kartenvorverkauf begonnen. Auch seien drei Viertel des 140 Hektar großen Ausstellungsgeländes im Gebiet Wilsberg bereits belegt, erklärt Messe-Koordinator Bernhard Hauck. Erwartet werden 500 Aussteller mit 3.000 Personen. Aktuell wird der fünf Kilometer lange Ausstellungsrundweg vorbereitet. Unternehmen aus der Region sind dabei, Ausstellungsflächen zu schaffen. Das sind große Ausbuchtungen an Waldwegen. An den Buchen- und Nadelbeständen können alle Firmen ihre Maschinen vorführen, erklärt Hauck.

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Ein Parkplatz soll auf den Wiesen unterhalb des Boglerhauses entstehen, ein weiterer auf Bundeswehrgelände in Richtung in Hauptschwenda. Die Straße­ zwischen Schwarzenborn und Schwalmstadt können Fußgänger über eine Fußgängerampel in Richtung Messegelände überqueren. Zu den Stoßzeiten müssen circa 4.000 Fahrzeuge stündlich auf den Arealen verteilt werden. Erwartet werden zudem täglich 80 bis 100 Reisebusse.

Shuttlebusse von den Bahnhöfen Bad Hersfeld und Treysa werden im Stundentakt die Haltestelle unterhalb des Knüllköpfchens ansteuern. Hauck muss ein weiteres logistisches Kunststück bewältigen, denn bis zu 600 Lastwagen täglich werden an den Aufbautagen die Ausstellungsgeräte antransportieren.

Da Waldwege keine Autobahnen sind, wird es ein ausgeklügeltes System geben: Die Lkw stehen abrufbereit, und die Fahrer werden über Pager über ihre Einfahrt auf das Ausstellungsgelände informiert. Ein Prozess, der über drei Wochen laufen soll.

Fragen und Antworten zur Veranstaltung

Was bedeutet KWF?

KWF steht für Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik. Das ist ein eingetragener gemeinnütziger Verein mit Sitz in Großumstadt. Er wird von über 2 500 Mitgliedern getragen.

Ist die Veranstaltung in Schwarzenborn eine Premiere?

Seit 1964 bietet das KWF als Veranstalter diese Ausstellung alle vier Jahre an wechselnden Standorten an. Sie besteht aus einem großen Messeteil, der Fach­exkursion – auf der komplette forstwirtschaftliche Arbeitsverfahren live gezeigt werden – und dem Fachkongress.

Was gibt es auf der Messe zu ­sehen?

Präsentiert werden unterschiedlichste Produkte aus dem Bereich der Forstwirtschaft. Vom Spaltkeil über Motorsägen, persönliche Schutzausrüstung bis hin zur Großmaschine wird alles zu sehen sein – Informations- und Kommunikationstechnologie, Holztransport, Kommunaltechnik und Energietechnik.

An wen richtet sich die ­Veranstaltung?

Diejenigen, die sich ihr Holz im Wald selbst besorgen, und Privatwaldbesitzer kommen ebenso auf ihre Kosten wie Forstunternehmer und Beschäftigte in der Forstwirtschaft. Insbesondere der Samstag richtet sich an ein breiteres Publikum. An diesem Tag haben Familien ermäßigten Eintritt.

Was wird neben der Geräteschau noch geboten?

Es gibt Wettkämpfe, etwa die Hessischen Waldarbeitsmeisterschaften. Bei den Forwarder Meisterschaften messen sich die Piloten von Großmaschinen mit ihren Geräten in einem Parcours. Beim Stihl-Timbersports-Cup duellieren sich Waldarbeiter im Sportholzfällen. In einer 16 Kilometer langen Schleife wird an 32 Punkten Forsttechnik in Echtzeit demonstriert. Täglich finden Fachforen und Podiumsdiskussionen statt.

Wie wird der Sportplatz unterhalb der ehemaligen Jugendherberge am Wilsberg genutzt?

Er dient als Hubschrauberlandeplatz, denn es werden auch prominente Gäste erwartet. Angedacht ist, dass Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und Ministerpräsident Volker Bouffier die Schirmherrschaft übernehmen.

Ist auch die Region mit eingebunden?

Im Programm sind unter anderem auch die örtliche Kirche und das hiesige Waldbadeangebot mit eingebunden. Es unterstützen Vereine, Feuerwehren und Landwirte aus der Region. Außerdem soll es laut Veranstaltern eine Rettungsvorführung der Leitstelle geben.

Wie werden die Menschen ­versorgt?

Es wird Cateringzelte mit 1.500 Sitzplätzen geben. Außerdem sollen 15 Imbissstände – überwiegend von Anbietern aus der Region – das Angebot abrunden. Für den Kuchenverkauf sorgen Landfrauenvereine. Überhaupt bietet die Messe den Vereinen, eine Möglichkeit die Vereinskasse aufzubessern. Vereine sollen um Unterstützung angefragt werden. Unter den Mitgliedern werden Helfer dringend gesucht – und das nicht ehrenamtlich: Bezahlt werde über Mindestlohn, erklärt der Veranstalter.

von Sylke Grede

Wiederaufforstung

Das Tagungsgelände hat zuletzt durch Trockenheit, Borkenkäfer und Windwurf an Baumbestand verloren. Auf der Ausstellungsfläche beseitigen derzeit regionale Unternehmen die Folgen. Über das Kuratorium KWF ist im Herbst eine Wiederaufforstung geplant. Sie soll über Spenden der Aussteller finanziert werden. Die sollen ihren CO2-Ausstoß während der Tagung, etwa durch Fahrzeugeinsatz und Stromverbrauch, über einen festen Spendensatz ausgleichen.

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