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Panorama Mehrzahl der Kliniken hat noch freie Beatmungsbetten
Mehr Hessen Panorama Mehrzahl der Kliniken hat noch freie Beatmungsbetten
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13:22 31.03.2020
Ein Intensivbett steht auf einer Intensivstation einer Klinik. Quelle: Ronald Bonss/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild
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Frankfurt/Main

Fast alle hessischen Krankenhäuser können auf den Intensivstationen noch Corona-Patienten aufnehmen. Landesweit sind in lediglich drei Kliniken die Beatmungsbetten belegt, wie aus dem Online-Register der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) hervorgeht. 7 weitere der insgesamt 51 darin aufgeführten Krankenhäuser melden begrenzte Kapazitäten an Betten mit invasiven Beatmungsmöglichkeiten. Auch der Gesundheitskonzern Fresenius sprach am Dienstag von einer relativ entspannten Corona-Situation in seinen deutschen Kliniken.

Belegt sind den DIVI-Angaben zufolge die Beatmungsplätze im Kettler Krankenhaus in Offenbach, dem Hochwaldkrankenhaus in Bad Nauheim (Wetteraukreis) und der Asklepios Klinik in Seligenstadt (Landkreis Offenbach). Von den 17 Kliniken, in denen das Blut von Patienten zusätzlich mit externen Maschinen künstlich mit Sauerstoff angereichert werden kann, melden 11 freie Betten. Die Zahlen spiegeln möglicherweise nicht die tatsächlichen Kapazitäten wider, da nicht alle Meldungen in der DIVI-Übersicht am Dienstag aktualisiert wurden.

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Auch der Bad Homburger Gesundheitskonzern Fresenius hat in seinen deutschen Kliniken noch viel Platz für Corona-Patienten - auch für solche aus dem Ausland. "Wir könnten derzeit noch sehr viel mehr Patienten aufnehmen, ohne dass ein einziger deutscher Patient darunter leidet", sagte Fresenius-Vorstand Francesco De Meo der "Süddeutschen Zeitung" (Dienstag). Bisher habe Fresenius hierzulande vier Corona-Patienten aus Italien aufgenommen. Das Thema sei hochpolitisch. "Der Bund hält sich sehr zurück", sagte De Meo, der die Klinik-Sparte Helios bei dem Dax-Konzern leitet.

Fresenius betreibt 86 Krankenhäuser in Deutschland, darunter die Dr. Horst Schmidt Kliniken in Wiesbaden. Der Konzern stockt derzeit die Zahl der Intensivbetten in seinen Kliniken hierzulande von 900 auf mindestens 1500 auf, wie De Meo sagte. Ihm zufolge lagen zuletzt 80 Corona-Patienten in den deutschen Helios-Kliniken auf Intensivstation, davon mussten 50 beamtet werden. "Wir haben Kliniken, in denen ist noch kein einziger Covid-Patient aufgetaucht, obwohl wir fast die komplette Intensivkapazität vorhalten." Mit Blick auf die Lage in Spanien und Italien müsse man aber vorbereitet sein. "Die Zahl der Fälle in Deutschland könnte sich schlagartig erhöhen."

Die Staatskanzlei in Wiesbaden hatte vergangene Woche erklärt, Hessen nehme 14 schwerkranke Patienten mit der Lungenkrankheit Covid-19 aus Italien und Frankreich auf. Politiker betonten, in der Krise sei Solidarität mit hart betroffenen Ländern geboten. In Hessen war die Zahl der Corona-Fälle am Montag über die Marke von 3000 geklettert.

dpa