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Panorama Mehr als neun Jahre Haft für Schüsse auf Ex-Lebensgefährtin
Mehr Hessen Panorama Mehr als neun Jahre Haft für Schüsse auf Ex-Lebensgefährtin
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15:43 04.03.2020
Eine Figur der Justitia. Quelle: picture alliance/dpa/Archivbild
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Frankfurt/Main

Die Schwurgerichtskammer ging von versuchtem Totschlag, gefährlicher Körperverletzung und unerlaubtem Waffenbesitz aus. AZ 3590 Js 209327/19

Der in Deutschland aufgewachsene Türke war im Februar vergangenen Jahres am Straßenstrich am Frankfurter Messegelände aufgetaucht, wo die 30 Jahre alte Partnerin nach der Trennung wieder der Prostitution nachgegangen sein soll. Nach einem Wortgefecht schoß er der Frau aus einer bereits mehr als hundert Jahre alten Armeewaffe ins Gesicht. Die Kugel blieb jedoch im Kieferknochen stecken. Anschließend schoss er sich selbst in den Kopf, doch der Suizidversuch misslang. "Es war eine unglaubliche Kombination glücklicher Zufälle, dass beide noch leben", sagte der Vorsitzende Richter im Urteil. Der 50-Jährige und die Frau hatten sich in einem FKK-Club kennengelernt - die darauf folgende Beziehung sei von Drogen- und Alkoholkonsum und von Streit und Gewalt geprägt gewesen. Schließlich habe die Frau beschlossen, sich von dem Mann zu trennen.

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Vor Gericht hatte der Angeklagte lediglich den Waffenbesitz eingeräumt. Alle anderen Vorwürfe seien auf Fahrlässigkeit beziehungsweise einen Erinnerungsausfall durch Alkohol und Rauschgift zurückzuführen gewesen. Das Gericht wies diese Aussage als "Ansammlung von Schutzbehauptungen" zurück. Im Strafmaß blieben die Richter um ein Jahr hinter dem Antrag der Staatsanwaltschaft zurück. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

dpa

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