Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Panorama Mehr Ausflügler aus der Stadt: Bauern fehlt Rücksichtnahme
Mehr Hessen Panorama Mehr Ausflügler aus der Stadt: Bauern fehlt Rücksichtnahme
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:12 04.05.2021
Schäfer Volker Schuhmacher steht mit seiner Frau Elke inmitten ihrer Schafherde auf einer Weide.
Schäfer Volker Schuhmacher steht mit seiner Frau Elke inmitten ihrer Schafherde auf einer Weide. Quelle: Boris Roessler/dpa
Anzeige
Eschbach/Ober-Erlenbach

"Der Besucherstrom in der Corona-Zeit ist schon beträchtlich." Es sei zwar schön, wenn sich die Besucher für die Arbeit der Bauern interessierten. "Aber dann werden Fotos im Raps gemacht, mitten im Feld, alles wird runtergetrampelt", klagte er. "Das interessiert keinen, alles wird als Allgemeineigentum betrachtet."

"Die wissen gar, was sie alles kaputt machen, wenn sie auf dem Feld Federball spielen oder ein Picknick machen", klagte auch der Eschbacher Schafbauer Volker Schuhmacher. Wenn er mit seinen Schafen von Weidefläche zu Weidefläche ziehe, seien besonders freilaufende Hunde ein Problem. "Die laufen überall drüber, keiner hält sich an die Schilder zur Leinenpflicht während der Brut- und Setzzeit. Und wenn man sich beschwert, heißt es immer, der will doch bloß spielen."

"Die gute Erfahrung ist, dass die Städter auch mal wieder aufs Land fahren und man ins Gespräch kommt", hob der hessische Bauernpräsident Karsten Schmal die Vorteile der städtischen Ausflügler hervor. "Gerade unsere Direktvermarkter profitieren, da man sich besinnt, woher die Produkte kommen." Es sei auch wichtig, dass der Dialog zwischen Landwirten und Verbrauchern in Gang komme. Da lernen auch die Bauern manche neue Perspektive kennen, so Goy: "Im vergangenen Jahr sagte mal einer zu mir: Sie haben es gut, Ihre Arbeit geht ja weiter - meine wurde durch Corona kaputtgemacht."

© dpa-infocom, dpa:210504-99-456547/2

dpa