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Panorama Letztes Teilstück der Schiersteiner Brücke kommt auf Schiff
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11:51 25.01.2021
Noch am Ufer liegt ein riesiges Brückenteil, welches für den Neubau der Schiersteiner Brücke bestimmt ist.
Noch am Ufer liegt ein riesiges Brückenteil, welches für den Neubau der Schiersteiner Brücke bestimmt ist. Quelle: Boris Roessler/dpa/Archivbild
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Mainz/Wiesbaden

Die Arbeiten für das sogenannte Einschwimmen des letzten großen Teilstücks der neuen Schiersteiner Brücke zwischen Wiesbaden und Mainz haben am Montagmorgen begonnen. Das am hessischen Ufer vormontierte Brückenteil sollte auf ein Pontonschiff geschoben und dort am Dienstag in die richtige Position bugsiert werden, wie ein Sprecher der neuen Autobahn GmbH des Bundes am Montag der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. "Das ist so, wie wenn Sie heute was auf die Tischkante und morgen in die Tischmitte schieben", erklärte er. Es ging um gewaltige Dimensionen: Das Brückenteil ist 2000 Tonnen schwer und 120 Meter lang.

Die Straßenbauer hatten auf ausreichend hohen Wasserstand des Rheins warten müssen. Insgesamt veranschlagten sie für die Aktion vier Tage. Am Mittwoch soll das Pontonschiff das Brückenteil zum Mombacher Arm des Flusses nahe Mainz bringen. Am Donnerstag soll das Teilstück laut dem Sprecher "mit einem riesigen Flaschenzug" in seine endgültige Position in das neue Bauwerk der Autobahn 643 gehievt und binnen sechs bis acht Wochen verschweißt werden.

Der Schneefall am Montag beeinträchtigte den Start der Arbeiten nicht, wie der Sprecher weiter mitteilte. Rund ein Dutzend Fachkräfte waren im Einsatz. Andere Schiffe mussten zwischen Mainz und Wiesbaden ihr Tempo drosseln und durften sich dem Pontonschiff nicht zu sehr nähern.

Die Schiersteiner Brücke soll bis spätestens Ende 2021 fertig werden. Bei diesem Knotenpunkt des Rhein-Main-Gebiets rollt schon seit November 2017 der Verkehr über die erste neue Teilbrücke über den Rhein. Beim Übergang vom rheinland-pfälzischen Ufer auf die neue Teilbrücke ist nur Tempo 40 auf den insgesamt vier schmalen Fahrstreifen erlaubt. An der zweiten parallelen Teilbrücke wird noch gebaut. Seit 1. Januar 2021 ist die neue Autobahngesellschaft des Bundes für die Erneuerung der A643-Brücke über den Rhein zwischen der hessischen und der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt zuständig.

Künftig soll die A643 hier sechsstreifig sein. Die Gesamtkosten sind mit 216 Millionen Euro beziffert. Die Schiersteiner Brücke wurde in den 1960er Jahren für rund 20 000 Fahrzeuge pro Tag gebaut, 2012 rollten täglich 90 000 darüber. Mit einem Bauunfall und einer Totalsperrung hat die alte vierspurige A643-Brücke 2015 Schlagzeilen gemacht.

© dpa-infocom, dpa:210125-99-159041/4

dpa