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Panorama Kritik an Regelung der Leichenschau hält an
Mehr Hessen Panorama Kritik an Regelung der Leichenschau hält an
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06:41 28.01.2019
Ein Verstorbener liegt in einer Pathologie. Quelle: Bernd Wüstneck/Archiv
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Wiesbaden/Groß-Gerau

So komme es weiter vor, dass sich zunächst kein Arzt für eine Leichenschau finde oder ein Arzt ohne entsprechende Expertise diese vornehmen müsse, sagte Dirk Peglow, Vorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter in Hessen: "Wir haben Konstellationen, bei denen ein HNO-Arzt einen Leichnam begutachtet." Dadurch könnten Tötungsdelikte unentdeckt bleiben.

Manchmal müssen Polizeibeamte stundenlang an der Leiche warten, weil ein Arzt zunächst keine Zeit hat. Für die Landesärztekammer ist das kein Wunder: "Hier werden niedergelassene Ärzte dienstverpflichtet, Leistung durchzuführen, deren Vergütung ihnen unter fadenscheiniger Begründung vorenthalten wird.", erklärte Präsidiumsmitglied Michael Andor aus Groß-Gerau. So seien Fragen der Abrechnung seit Jahren ungeklärt.

Bei einem Todesfall muss ein Arzt die Leiche begutachten und den Totenschein ausstellen. Jeder Mediziner ist dazu per Gesetz verpflichtet. Zudem gibt es eine sogenannte zweite Leichenschau, wenn der Körper eingeäschert werden soll oder ins Ausland überführt. Seit August muss diese erneute Begutachtung in Hessen durch einen Rechtsmediziner erfolgen. In Frankfurt gibt es seit einem Jahr ein Pilotprojekt, bei dem der Polizei häufiger ein Rechtsmediziner zur Verfügung steht, wenn die Ermittler zu einer Leiche gerufen werden. Laut dem BDK ist das eine gute Lösung, die Situation im Rest von Hessen sei dagegen sehr verschieden.

dpa