Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Panorama Mordverdacht gegen Pfleger: Konsequenzen gefordert
Mehr Hessen Panorama Mordverdacht gegen Pfleger: Konsequenzen gefordert
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:52 31.08.2019
Dortmund

Nachdem die Staatsanwaltschaft Saarbrücken Ermittlungen wegen Mordverdachts gegen einen Krankenpfleger aufgenommen hat, fordern Patientenschützer weitreichende Konsequenzen. "Für alle Einrichtungen braucht es eine unabhängige und externe Anlaufstelle, bei der anonyme Hinweisgeber verdächtige Vorkommnisse melden können", sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, der Deutschen Presse-Agentur in der Nacht zu Samstag. Auch eine "lückenlose, standardisierte und elektronische Kontrolle der Medikamentenausgabe" sei notwendig sowie verbindliche amtsärztliche Leichenschauen. "Es wird Zeit, dass in allen Ländern endlich Schwerpunktstaatsanwaltschaften und zentrale Ermittlungsgruppen für Delikte in Pflege und Medizin eingerichtet werden."

Es gelte, die Schwächsten in der Gesellschaft zu schützen. "Nicht die Pflege macht Menschen zu Mördern, doch nirgendwo ist Morden so einfach wie in der Pflege." An Pflegeeinrichtungen und Kliniken appellierte Brysch, eine offene Fehlerkultur zu entwickeln. "Um mögliche Täter abzuschrecken, muss in Kliniken und Heimen eine Kultur des Hinschauens gelebt werden." Dabei seien alle gefragt. Auch Bund und Länder müssten endlich Konsequenzen ziehen, um Einzeltäter in Zukunft schneller zu stoppen.

Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken hatte am Freitag von Ermittlungen gegen einen 27-jährigen Mann wegen fünffachen Mordes und zweifachen Mordversuchs berichtet. Die Taten sollen sich zwischen März 2015 und März 2016 im Saarland ereignet haben. In dieser Zeit sei der Pfleger in der SHG-Klinik in Völklingen beschäftigt gewesen. Er soll Patienten nicht verordnete Notfallmedikamente gegeben haben, um diese in Lebensgefahr zu bringen. Anschließend habe er versucht, sie zu reanimieren.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat sich der Mann zunächst nicht zu den Vorwürfen geäußert. Zuerst hatte der Saarländische Rundfunk über den Fall berichtet. Der 27-Jährige war nach Auskunft der Staatsanwalt zuvor in Kliniken in Wiesbaden und Frankfurt beschäftigt.

Die zuständigen Ermittlungsbehörden in Hessen würden über die neuen Erkenntnisse informiert. Es gebe vorerst keine konkreten Hinweise auf ähnliche Taten in Wiesbaden und Frankfurt - das dortige Wirken des Beschuldigten müsse aber geprüft werden.

Der Fall weckt Erinnerungen an die Mordserie des Krankenpflegers Niels Högel. Das Landgericht Oldenburg hatte ihn am 6. Juni wegen 85-fachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Högel war bereits zuvor zweimal verurteilt worden.

dpa

Der Geschäftsführer der Tourismus-Geselllschaft in der Rhön verfolgt ehrgeizige Ziele: Er will die Region zum beliebtesten Mittelgebirge Deutschlands machen. Doch es gibt noch viel zu tun. Schwächen gibt es etwa bei der Versorgung von Wanderern.

31.08.2019

Ein Pfleger aus dem Saarland soll Patienten Notfallmedikamente gegeben haben, um sie dann reanimieren zu können. Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken ermittelt gegen ihn wegen fünffachen Mordes. Die Ermittler prüfen nun, ob es womöglich weitere Fälle gibt.

30.08.2019

Die Polizei hat in Nordhessen eine Gruppe mutmaßlicher Serienbrandstifter festgenommen. Die drei Männer und zwei Frauen sollen insgesamt 24 Brände gelegt haben.

30.08.2019