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Panorama A44 wird 600 Millionen Euro teurer: Steigerungen möglich
Mehr Hessen Panorama A44 wird 600 Millionen Euro teurer: Steigerungen möglich
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16:02 06.01.2020
Kassel/Herleshausen

Die Kosten der im Bau befindlichen Autobahn 44 zwischen Kassel und der thüringischen Landesgrenze steigen um rund 600 Millionen auf 2,4 Milliarden Euro. Das geht aus Kalkulationen der Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges) und Hessen Mobil hervor. Für die Kostenentwicklung gebe es mehrere Ursachen, sagte ein Deges-Sprecher am Montag. Gründe seien ein Anstieg der Baupreise, zusätzlich nötige Baumaßnahmen und veraltete Kostenschätzungen, die überarbeitet werden. Zuvor hatte die "Hessische/Niedersächsische Allgemeine" (HNA) darüber berichtet.

Die A44 in Nordhessen gehört zum Verkehrsprojekt Deutsche Einheit. Sie soll die A7 bei Kassel mit der A4 bei Herleshausen-Wommen (Thüringen) verbinden. Das neue Autobahnstück soll 70 Kilometer lang sein. 20 Kilometer sind bisher befahrbar. Der Bund hatte in der Vergangenheit die Gesamtkosten auf 1,8 Milliarden Euro beziffert.

Diese Zahl ist längst überholt. Laut der Deges basierten viele Berechnungen auf einer Planung Ende der 1990er Jahre. Im Laufe der vergangenen Jahre wurden die Kalkulationen schrittweise überarbeitet. Insbesondere bei Bauwerken - wie Brücken und Tunneln - sei es zu höheren Kosten von bis zu 80 Prozent gekommen, sagte der Deges-Sprecher: "Da die Bauwerkskosten in diesem Projekt fast drei Viertel der Gesamtkosten ausmachen, wirkt sich dies hier besonders deutlich aus."

Zudem waren Arbeiten nötig, die frühere Planer nicht vorhergesehen hatten, um beispielsweise Böschungen zu sichern. "Während der Bauausführung stellen sich lokal immer wieder nennenswerte geologische Abweichungen gegenüber der Prognose dar", erklärte die Deges. Außerdem stiegen seit zwei bis drei Jahren die Baukosten jährlich um etwa 5 bis 10 Prozent im Durchschnitt. Auf rund 1,25 Milliarden Euro summieren sich die Kosten bisher im Bereich der Deges, die für den östlichen Teil der Autobahn verantwortlich ist.

Für den westlichen Bereich ist die hessische Straßenverwaltung Hessen Mobil zuständig. Hier liegen die Kosten bisher bei 1,15 Milliarden Euro - Hauptkostentreiber ist ebenfalls die allgemeine Preissteigerung.

Auch dass sich Planung und Bau in die Länge ziehen, mache die Autobahn teurer. Im vergangenen Mai hatte Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) angekündigt, dass die Planung für den Lückenschluss der A44 nahe der nordhessischen Gemeinde Kaufungen überarbeitet werde, um sie klagesicher zu machen. Laut Hessen Mobil soll das nötige Verwaltungsverfahren für den Lückenschluss nun in der zweiten Hälfte 2020 eingeleitet werden.

Frühestens im nächsten Jahrzehnt werden Autofahrer auf dem westlichen Teil der A44 freie Fahrt haben. Bis dahin könnten die Gesamtkosten weiter steigen: Dem Bundesverkehrsministerium liegen bereits neue Kostenberechnungen einiger Bauabschnitte zur Genehmigung vor.

dpa

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