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Panorama Fluglärm um Frankfurt ist ein "Zweischneidiges Schwert"
Mehr Hessen Panorama Fluglärm um Frankfurt ist ein "Zweischneidiges Schwert"
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11:22 19.04.2020
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Frankfurt/Main/Kelsterbach/Raunheim

Thomas Jühe (SPD), Bürgermeister der Stadt Raunheim, muss nicht lange überlegen, wann es zuletzt so ruhig am Himmel über der Kommune im Rhein-Main-Gebiet war: "Das war damals, als die Aschewolke des isländischen Vulkans den Flugverkehr lahmgelegt hatte." Einige Tage lang war es auffallend still in der Stadt, die als eine der am stärksten von Fluglärm betroffenen Kommunen gilt.

Damals, als klar war, dass es sich nur um eine wenige Tage dauernde Pause im europäischen Flugverkehr handelt, habe die Freude bei den Einwohnern überwogen, erinnerte sich Jühe. Nun, da schon seit Wochen der Flugverkehr am Frankfurter Flughafen drastisch zusammengestrichen sei, sei das ganz anders. "Das ist ein zweischneidiges Schwert - der Flughafen ist als großer Arbeitgeber für die ganze Region von Bedeutung."

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Gerade in einer Kommune wie Raunheim, wo es viele wirtschaftliche Verbindungen zum Flughafen gebe, seien erhebliche Folgen für den Haushalt zu befürchten: "Es gab schon Anträge, die Gewerbesteuer zu stunden, Einwohner sind von Kurzarbeit betroffen - da könnte zum Jahresende nicht nur die Gewerbesteuer, sondern auch die Einkommenssteuer deutlich weniger Einnahmen bringen."

Eine gesonderte Auswertung der ungewöhnlichen Situation werde es nicht geben, kündigte das Forum Flughafen und Region (FFR) an, das unter anderem Monitoring über die Auswirkungen des Flughafens auf die Region betreibt.

"Als FFR ist uns bewusst, dass ein geringeres Verkehrsaufkommen auch zu weniger Emissionen führt", hieß es in einer Stellungnahme des Forums, in dem die Luftverkehrswirtschaft ebenso vertreten ist wie die Anrainerkommunen. "Ebenso aber sehen wir die gesundheitlichen Sorgen und massiven sozialen Einschränkungen der Bevölkerung sowie die noch nicht absehbaren wirtschaftlichen Folgen für Unternehmen und Privatpersonen." Aus Sicht des FFR stehe derzeit die gemeinsame Bewältigung der Krise im Mittelpunkt, nicht der Versuch, ihre positiven und negativen Folgen gegeneinander zu stellen.

Das etablierte Monitoring etwa an den Lärmmessstellen des Umwelt- und Nachbarschaftshaus wird den Angaben zufolge unterdessen fortgesetzt. Auf der Homepage sind die aktuellen Ergebnisse allerdings noch nicht aufgelistet.

dpa

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