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Panorama Keine Futterkrümel mehr: Tierschützer um Tauben besorgt
Mehr Hessen Panorama Keine Futterkrümel mehr: Tierschützer um Tauben besorgt
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11:12 13.04.2020
Zwei Tauben sitzen auf einer Mauer. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa/Archivbild
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Frankfurt/Main

Die Innenstädte und Straßencafés sind leer, das Gurren geht weiter: Auch Stadttauben bekommen die Auswirkungen der Corona-Krise zu spüren, warnen Tierschützer. Da wegen der Beschränkungen zur Eindämmung der Pandemie weniger Menschen unterwegs und Lokale geschlossen seien, fehlten den Vögeln die sonst anfallenden Essensreste als - wenn auch nicht artgerechte - Nahrungsgrundlage.

Dadurch bestehe die Gefahr, dass die Tiere gerade jetzt in der Brutsaison verhungerten, sagte eine Sprecherin des Deutschen Tierschutzbundes. Der Verband hat daher die Kommunen aufgerufen, kontrollierte, offizielle Fütterungsstellen einzurichten und auch zu überlegen, Verstöße von Passanten gegen Taubenfütterungsverbote ausnahmsweise nicht zu verfolgen.

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Nach Einschätzung der hessischen Tierschutzbeauftragten Madeleine Martin können Stadttauben aktuell tatsächlich Probleme bekommen: "Dies gilt insbesondere in solchen Städten, die nicht Taubenprojekte mit Taubenschlägen und gezielter, artgemäßer Fütterung haben." Kommunen könnten daher in der jetzigen Lage, so Martin, den Vollzug des Fütterungsverbotes vorübergehend aussetzen.

Tauben gehören zum Stadtbild, gelten oftmals aber als Plagegeister, die Gebäude und Straßen mit ihrem Kot verdrecken. Immer wieder werden sie von Passanten in Parks oder Straßencafés mit Futterkrümeln versorgt - obwohl in vielen Städten ein Fütterungsverbot gilt, auch damit die Population der Vögel nicht zu stark anwächst.

"Uns ist klar, dass die große Zahl an Stadttauben vielerorts ein Problem ist", so der Tierschutzbund. "Dass die Tiere nun qualvoll verenden, dürfen die Städte aber nicht zulassen. Die Vorfahren der Stadttauben wurden einst vom Menschen gezüchtet - wir tragen also eine besondere Verantwortung für diese Tiere."

Der hessische Städte- und Gemeindebund rät zum Abwägen mit Augenmaß: Auf der einen Seite gehörten Tauben zum Stadtbild, sagte der geschäftsführende Direktor Karl-Christian Schelzke. Auf der anderen Seite stehe die Vermehrung der Vögel und dass sie Träger von Krankheitserregern sein könnten. Aber: Stadttauben hätten verlernt, sich in freier Natur Futter zu suchen. "Und gar keine Tauben, das ist auch keine Lösung", sagte Schelzke. "Wie alles in Corona-Zeiten: Man muss abwägen." Die Kommunen könnten daher überlegen, inwieweit sie ein beschränktes Fütterungsprogramm fahren und ob sie Fütterungsverbote lockern. Das müsse aber jede für sich entscheiden.

dpa

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