Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Panorama Jugendfeuerwehren sammeln keine Weihnachtsbäume ein
Mehr Hessen Panorama Jugendfeuerwehren sammeln keine Weihnachtsbäume ein
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
05:23 08.01.2021
Ausgediente Weihnachtsbäume liegen auf einer Grünfläche neben einem Gehweg.
Ausgediente Weihnachtsbäume liegen auf einer Grünfläche neben einem Gehweg. Quelle: picture alliance / dpa/Archivbild
Anzeige
Frankfurt/Main

Wegen der Pandemie läuft die diesjährige Entsorgung der Weihnachtsbäume in vielen hessischen Kommunen und Städten anders ab als in den Jahren zuvor. Eigentlich seien "sehr, sehr viele Jugendfeuerwehren, fast schon traditionell" dafür zuständig, sagte der Landjugendfeuerwehrwart in Hessen, Markus Potthof. In diesem Jahr habe ein Großteil der Feuerwehren für junge Helfer die Sammelaktionen jedoch abgesagt, um Kontakte zu vermeiden.

Das Problem sei weniger das Einsammeln der Tannen als die Begleitveranstaltungen. Die Menschen "kommen immer irgendwo zusammen", sagte Potthof. Oft treffe man sich in großen Gruppen, abends veranstalteten die Kommunen etwa große Feuer. Beim Abholen habe man zwar immer auch etwas Trinkgeld verdient. Es gehe aber in erster Linie darum, als Gemeinschaft zu helfen. All das falle in diesem Jahr pandemiebedingt weg. "Wir haben einen Schutzauftrag gegenüber den Jugendlichen", sagte Potthof.

Es sei wichtig, genug Kräfte bereitzuhalten. So heißt es in einer Mitteilung der Stadt Bensheim (Kreis Bergstraße) etwa: "Eine mögliche Quarantäne für die vielen Helferinnen und Helfer der Sammelaktion würde die Einsatzfähigkeit gefährden." Auch wenn die Entscheidung "sehr schwergefallen" sei, müsse man die diesjährige Aktion absagen. Demnach müssen die Bensheimer ihren Baum selbst beim Wertstoffhof abgeben oder zerkleinert in der Biotonne entsorgen. Der für die Abfallentsorgung zuständige Verband könne das aufgrund der "begrenzten Kapazitäten" nicht übernehmen.

In Nidderau (Main-Kinzig-Kreis) etwa holt der eingesprungene private Entsorger die Bäume wegen der vielen neuen Aufträge erst vom 20. Januar an ab. "Das ist leider dieses Jahr alles ein wenig anders", so ein Sprecherin der Stadt. Auch in Wächtersbach (Main-Kinzig-Kreis) sammeln die Freiwilligen Feuerwehren die ausgedienten Tannen in diesem Jahr nicht ein. Vom 9. Januar an stellt die Stadt in verschiedenen Vierteln Container auf, in denen die Bürger die Bäume entsorgen können.

Größere hessische Städte müssen weniger umdenken. Terminunabhängig können die Bäume meist über den Wertstoffhof entsorgt werden. In der Landeshauptstadt habe man den Jugendfeuerwehren immer am Samstag nach dem 6. Januar den Vortritt gelassen, so ein Sprecher des Wiesbadener Entsorgungsbetriebs. In der Woche darauf sei dann die städtische Abholung gestartet. In diesem Jahr liegen die Termine zwischen dem 11. und dem 22. Januar. Weil die Aktionen der Jugendfeuerwehren am vorherigen Samstag nun ausfallen, rechne man in Wiesbaden in diesem Jahr mit mehr Bäumen. Im vergangenen Jahr seien es rund 35 000 gewesen. Die einsammelten Tannen werden laut des Sprechers geschreddert und als Dünger oder Kompost weiterverwendet.

In Frankfurt übernimmt die Stadt auch ohne Pandemie einen Großteil der Abholung. "Wir kalkulieren mit 80 000 Bäumen", so ein Sprecher der Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES). Die Bäume werden seit dem 7. Januar Stadtteil für Stadtteil abgeholt. Auch eine Entsorgung über den Restmüll oder die Biotonne sei möglich. In jedem Fall müssen die Tannen auf ein Meter gekürzt und abgeschmückt sein. "Das ist das A und O", so der FES-Sprecher. Drei Viertel der Frankfurter Bäume werden demnach kompostiert.

dpa