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Panorama In Hessen aufgewachsener Autor Michael Rutschky gestorben
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15:53 18.03.2018
Michael Rutschky. Quelle: Jens Kalaene/Archiv
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Berlin

Der Essayist mit dem scharfen Blick für das Besondere im Alltag starb mit 74 Jahren nach längerer Krankheit in der Nacht zum Sonntag in Berlin, wie die Deutsche Presse-Agentur aus dem nahen Umfeld des Autors erfuhr. Zuletzt waren von ihm 2017 die Tagebuchaufzeichnungen "In die neue Zeit" erschienen. Darin berichtet er über seine Sicht auf die deutsche Umbruchphase 1988 bis 1992.

Rutschky wuchs im nordhessischen Spangenberg auf und studierte in Frankfurt Soziologie bei Theodor W. Adorno und Jürgen Habermas. Später ging er dann über Göttingen nach Berlin. Der Buchautor ("Wie wir Amerikaner wurden"; "Das Merkbuch. Eine Vatergeschichte.") arbeitete auch für Zeitungen und Zeitschriften, etwa für "Merkur" und "Transatlantik", sowie für Radio und Fernsehen.

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Erst als Rutschky 1997 den Heinrich-Mann-Preis der Akademie der Künste Berlin-Brandenburg erhielt, wurde sein Werk breiter gewürdigt. Der Berliner "Tagesspiegel" nannte ihn zum 70. einen "Meister der Beiläufigkeit und der gezielten Abschweifung". Für den Deutschlandfunk war er ein "Alltagsmythenerkunder".

Rutschky, der seit langem im kaum veränderten Ambiente seiner Kreuzberger Wohnung lebte, analysierte bis kurz vor dem Tod mit Leidenschaft in kleinen Runden die Veränderungen seiner Umwelt, Kinofilme und TV-Serien. Seine langjährige Frau, die Publizistin Katharina Rutschky ("Schwarze Pädagogik"), war 2010 mit 68 Jahren gestorben.

dpa