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Panorama Wurfgeschosse gegen Polizei: Mehrere Angriffe am Wochenende
Mehr Hessen Panorama Wurfgeschosse gegen Polizei: Mehrere Angriffe am Wochenende
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19:01 01.11.2020
Eine Polizeibeamtin trägt hre Dienstwaffe am Gürtel. Quelle: Arne Dedert/dpa/Symbolbild
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Frankfurt/Main/Darmstadt

Am Wochenende hat es in Hessen mehrere Angriffe gegen Polizeibeamte gegeben. Wie die Behörden am Sonntag mitteilten, wurden sowohl in Frankfurt als auch in Südhessen Polizisten mit Gegenständen beworfen.

In der Nacht zu Sonntag versammelten sich laut Polizeiangaben 500 bis 800 Menschen in Frankfurt. Aus der Menge heraus flogen Flaschen und Eier auf Beamte. Verletzt worden sei niemand. Die Polizei nahm neun Tatverdächtige fest. Acht seien inzwischen mangels Haftgründen wieder entlassen. Ein polizeibekannter 17-Jähriger blieb über Nacht in einer Zelle und sollte am Sonntag einem Haftrichter vorgeführt werden. Nach Polizeiangaben war zuvor bereits ein Streife mit Wurfgeschossen attackiert worden. Sie sei in der Fußgängerzone mit Steinen, Flaschen und Eiern beworfen worden, sagte die Sprecherin.

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Beim Versuch einer Streitschlichtung waren am Freitagabend dort ebenfalls Polizisten tätlich angegriffen worden. Aus einer etwa 25-köpfigen Menschenmenge heraus flogen Steine und Flaschen auf einen 27 Jahre alten Beamten und seine 24-jährige Kollegin. Der Polizist wurde dabei verletzt. Wegen dieser Tat habe man einen 18-Jährigen ermittelt, der den Beamten angegriffen haben soll.

Der Frankfurter Polizeipräsident Gerhard Bereswill verurteilte die Attacken: "Für mich ist es unerträglich, wenn sich Personen gegen die Polizei spontan zusammenrotten." Die Polizei werde konsequent gegen die Täter vorgehen.

Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) sagte laut einem Bericht des Hessischen Rundfunks: "Ich verurteile diese feigen Attacken auf unsere Polizei." Künftig müsse gelten: "Wer Einsatzkräfte angreift, kommt nicht mit einer Geldstrafe davon, sondern geht in den Knast."

Am Nachmittag hatte in Darmstadt eine größere Personengruppe gegen die Corona-Verordnungen verstoßen und Beamte mit Knallkörpern beworfen. Verletzt wurde nach Angaben der Polizei niemand. Von den etwa 100 Personen seien 23 vorwiegend minderjährige Personen festgenommen, durchsucht und anschließend nach Hause geschickt worden.

Der hessische Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Andreas Grün, sagte, dass der Frust gegen den Teil-Lockdown ein Motiv für die Gewalt am Wochenende sein könne. Allerdings werde die Polizei auch zunehmend Ziel von Angriffen. Er begrüßte die Entscheidung von Innenminister Horst Seehofer (CSU), in einer Studie auch die Schwierigkeiten und Frust im Alltag der Sicherheitsbeamten in den Blick zu nehmen.

Nach monatelangem Streit in der Koalition hatte Seehofer vor etwa zwei Wochen zugestimmt, einer Studie zu Rassismus in der Polizei in Auftrag zu geben. Allerdings hatte der CSU-Politiker darauf bestanden, dass die Forscher gleichzeitig auch Gewalt gegen Polizeibeamte untersuchten.

dpa