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Panorama Honigbienen auf Blütensuche: Hilfe für wilde Verwandte
Mehr Hessen Panorama Honigbienen auf Blütensuche: Hilfe für wilde Verwandte
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07:15 06.03.2021
Eine Biene fliegt durch ein blühendes Leinfeld.
Eine Biene fliegt durch ein blühendes Leinfeld. Quelle: Thomas Warnack/dpa
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Kirchhain/Wetzlar/Wiesbaden

Für Hessens Honigbienen hat die neue Saison begonnen. Den Winter haben die Tiere nach einer ersten Einschätzung von Imkern gut überstanden. Die Kälte im Februar sei für die Insekten in der Regel kein Problem gewesen, da sie noch in ihrer Winterpause gewesen seien, sagte Manfred Ritz, der Vorsitzende des Landesverbands hessischer Imker, in Kirchhain. Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen vor kurzem seien die Bienen aus ihren Stöcken hervor gekommen. Ihren Reinigungsflug hätten sie "gut absolviert" und "kräftig Weidepollen eingetragen". Neben Weiden steuern die Tiere derzeit Haselnuss und bestimmte Frühjahrsblumen an.

In Hessen gibt es Ritz zufolge rund 11 950 Imker im Verband sowie 65 300 Bienenvölker. Lob hatte der Verbandschef für Hessens Bauern: "Die Landwirte tun sehr viel, was Blühaktivitäten angeht." Als Beispiele nannte er das Anlegen von Blühflächen an Feldern. Dafür gibt es auch Förderprogramme.

Nach Angaben des hessischen Umweltministeriums fördert das Land in diesem Jahr 1965 Hektar einjährige und 2025 Hektar mehrjährige Blühstreifen. Dafür werden rund 2,65 Millionen Euro aufgewendet, wie eine Sprecherin in Wiesbaden mitteilte. "Der Zuwachs gegenüber dem Vorjahr beträgt 387 Hektar bei den einjährigen und 195 Hektar bei den mehrjährigen Blühflächen." Demnach kommen insgesamt rund 2200 Hektar "Honigbrachen" als ökologische Vorrangflächen hinzu. Die Mittel dafür belaufen sich dem Ministerium zufolge auf rund zwei Millionen Euro.

Für Wildbienen sind Blühstreifen nach Angaben des Naturschutzbundes Hessen (Nabu) dagegen nicht unbedingt geeignet. "Die Wildbienenarten brauchen oft andere Strukturen", erläuterte Nabu-Experte Mark Harthun. Ihr Problem sei, "dass unsere Landschaften und Gärten viel zu aufgeräumt sind". Sie benötigten eine reich strukturierte Landschaft, "wo auch mal totes Holz rumliegt" als Unterschlupf. Auch eine blühende Vielfalt über den gesamten Sommer hinweg sei wichtig, weil die Tiere jeweils an bestimmte Pflanzenarten angepasst seien.

Deutschlandweit gibt es dem Nabu zufolge etwa 550 Wildbienenarten, einige von ihnen gelten als selten. Anders als die Honigbiene leben sie nicht in Völkern zusammen. Auch Gartenbesitzer können etwas für die wilden Arten tun und beispielsweise heimische Stauden mit reichlich Blüten anpflanzen, so der Nabu. Harthun: "Honigbienen brauchen Futter, die Wildbienen brauchen einen Lebensraum, wo sie auch ihre Eier ablegen und den Winter überstehen können."

© dpa-infocom, dpa:210306-99-711066/2

dpa