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Panorama Hessen prüft Anhebung der Altersgrenze für Feuerwehrleute
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10:22 23.04.2022
Helme der Freiwilligen Feuerwehr liegen im Gerätehaus in einem Regal.
Helme der Freiwilligen Feuerwehr liegen im Gerätehaus in einem Regal. Quelle: picture alliance/Arne Dedert/dpa/Symbolbild
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Wiesbaden

Hessens Landesregierung kann es sich grundsätzlich vorstellen, die Altersgrenze bei aktiven ehrenamtlichen Feuerwehrleuten von 65 Jahre auf 67 Jahre anzuheben. Ein Pilotprojekt der Sportklinik Frankfurt habe ergeben, dass es keine medizinischen Bedenken gibt, teilte das Innenministerium in Wiesbaden auf eine parlamentarische Anfrage der FDP-Landtagsfraktion mit. Nun müsse noch geprüft werden, ob sich eine höhere Altersgrenze womöglich negativ auf die sozialen Strukturen in der Feuerwehr auswirkt. "Ein abschließendes Ergebnis liegt noch nicht vor", hieß es.

Insbesondere solle ausgeschlossen werden, dass sich notwendige Generationswechsel bei den Führungspositionen in der Freiwilligen Feuerwehr verzögern. "Dies könnte zur Demotivation bei jüngeren Einsatzkräften führen und sich sogar negativ auf die Gewinnung von Nachwuchskräften auswirken", erläuterte das Ministerium. Außerdem soll verhindert werden, dass Feuerwehrleute aus falschem Ehrgeiz ihre gesundheitlichen Grenzen überschreiten.

Von einer möglichen Anhebung der Altersgrenze für den ehrenamtlichen Einsatzdienst könnten den Angaben zufolge von den rund 70 000 ehrenamtlichen Feuerwehrleuten rund 2300 Männer und Frauen profitieren. In Hessen endet der aktive Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr mit Erreichen von 60 Lebensjahren. Diese Frist kann auf Antrag und mit Attest bislang bis zu einem Alter von 65 Jahren verlängert werden.

Das medizinische Pilotprojekt startete laut Ministerium 2019, teilgenommen haben 29 aktive Feuerwehrangehörige aus rund einem Dutzend hessischen Wehren. Die Probanden waren zwischen 61 und 66 Jahre alt. Die Sportmediziner hätten allen eine dem Alter entsprechende durchschnittliche bis gute Gesundheit bescheinigt, sie könnten weiter an Einsätzen teilnehmen.

"Menschen jenseits des Alters von 60 Jahren sind heute im Allgemeinen sehr viel fitter und aktiver als im abgelaufenen Jahrhundert", erklärte das Ministerium. Zudem sei die Expertise und der Erfahrungsschatz älterer Feuerwehrleute eine große Bereicherung. "Die Anhebung der Altersgrenze kann auch dabei helfen, die Tageseinsatzstärke in Kommunen mit hohem Auspendleranteil zu gewährleisten."

© dpa-infocom, dpa:220423-99-12260/2

dpa