Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Panorama Hessen: Für verschärftes Gesetz gegen Stalking
Mehr Hessen Panorama Hessen: Für verschärftes Gesetz gegen Stalking
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:10 25.12.2020
Eva Kühne-Hörmann (CDU), Justizministerin von Hessen, spricht. Quelle: Andreas Arnold/dpa/Archivbild
Anzeige
Wiesbaden

"Dennoch setze ich mich dafür ein, dass bei besonders hartnäckigen Tätern oder besonders schwerwiegenden Nachstellungen zukünftig früher Gefängnisstrafen möglich werden", sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden. "So können Stalker auch früher in Untersuchungshaft genommen werden und die Opfer finden früher ihre Ruhe."

Im Jahr 2019 sind in Hessen 18 Menschen wegen Stalking verurteilt worden - alle waren Männer. In den Jahren zuvor war die Zahl der Verurteilten von 5 im Jahr 2015 auf 19 im Jahr 2018 angestiegen, wie das Justizministerium mitteilte. Pro Jahr war eine Frau unter den Verurteilten. "Stalking bringt für die Opfer über einen langen Zeitraum viel Leid mit sich. Anlass sind häufig Beziehungsprobleme, in denen die Opfer schon vorher physischer oder psychischer Gewalt ausgesetzt waren", erläuterte Kühne-Hörmann.

Anzeige

Das Gesetz für einen besseren Schutz gegen Nachstellungen hatte Stalking zu einem "potenziellen Gefährdungsdelikt" gemacht. Seitdem muss das Stalking "geeignet sein", die "Lebensgestaltung schwerwiegend zu beeinträchtigen", wie ein Ministeriumssprecher erläuterte. Vorher sei es erforderlich gewesen, dass die Lebensgestaltung bereits durch das Stalking "schwerwiegend beeinträchtigt" wird.

Hessen sehe die Novellierung von vor drei Jahren weitestgehend positiv, erklärte der Sprecher. Zwar habe auch die frühere Gesetzeslage oftmals eine Verurteilung ermöglicht, die Ermittlungen seien nun aber schonender für die Opfer. Häufig bleibe ihnen eine intensive Befragung zu ihren Lebensverhältnissen erspart.

dpa