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Panorama Gießen macht aus Kult-Betonklotz Souvenirs
Mehr Hessen Panorama Gießen macht aus Kult-Betonklotz Souvenirs
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10:46 15.08.2021
Das Bauwerk mit dem Spitznamen Elefantenklo, eine wuchtige Fußgängerbrücke aus Beton in Gießen.
Das Bauwerk mit dem Spitznamen Elefantenklo, eine wuchtige Fußgängerbrücke aus Beton in Gießen. Quelle: Arne Dedert/dpa/Archivbild
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Gießen

"Wir machen das mit einem Lächeln und zwinkernden Auge", sagt Frank Hölscheidt, der Geschäftsführer der Gießener Marketing-Gesellschaft. "Das Elefantenklo mag man oder man mag es nicht, aber wichtig für uns ist: Es ist ein Wahrzeichen. Und das muss man nicht verstecken."

An der Betonkonstruktion - für die einen eine hässliche Bausünde, für die anderen Kult - führt in Gießen kein Weg vorbei. Die Fußgängerbrücke ist ein Relikt aus Zeiten einer "autogerechten Stadt" und wurde im Jahr 1968 eröffnet. Wer mit dem Pkw auf dem Innenstadtring unterwegs ist, fährt früher oder später unter der Konstruktion hindurch. Fußgänger queren den Überweg mit den drei großen achteckigen Löchern, um auf die Shoppingmeile zu gelangen.

Auf den Souvenirs - Tassen und Baby-Strampler - sind die Umrisse von drei Achtecken abgebildet. Ein Elefant schaut daraus hervor, darunter prangt in schwarzen Buchstaben "Elefantenklo Gießen". Die Souvenirs seien auch ein Instrument, den Namen Gießen weiter nach außen zu tragen, sagt Hölscheidt. "Ich glaube, dass Gießen viel zu bieten hat."

Es gehe bei solchen Produkten nicht so sehr um eine Einnahmequelle für eine Kommune, sondern um die Image- und Identitätsbildung, erläutert Jürgen Block, der Geschäftsführer der Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland. "Stadtsouvenirs haben zwei Adressaten: Gäste und die eigenen Bürgerinnen und Bürger." Die Produkte begleiteten die Marketingkampagnen vor Ort und hätten zwei Funktionen: "Die eine Funktion ist eher nach außen gerichtet und aufs Image einer Stadt bezogen. Die andere bezieht sich dann nach innen und soll identitätsstiftend für die eigenen Bürgerinnen und Bürger sein."

Die Souvenirs eignen sich Block zufolge auch für Städte, die nicht "mit allzu vielen baukulturellen Denkmälern" gesegnet seien. "Sie ermöglichen auch ein Augenzwinkern, indem man quasi sagt: Okay, wir sind jetzt nicht Paris, aber wir haben auch unsere Besonderheiten."

© dpa-infocom, dpa:210815-99-847289/2

dpa