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Panorama Geldstrafe für OB wegen ertrunkener Geschwister gefordert
Mehr Hessen Panorama Geldstrafe für OB wegen ertrunkener Geschwister gefordert
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11:08 20.02.2020
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Neukirchen/Schwalmstadt

Angeklagt ist der Neukirchener Rathauschef Klemens Olbrich (CDU) wegen fahrlässiger Tötung. Der Strafrahmen reicht von einer Geldstrafe bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe.

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hätte Olbrich den Teich absichern müssen, in dem im Juni 2016 zwei Jungen (5 und 9) und ein Mädchen (8) ertranken. Die Familie verlor drei ihrer seinerzeit sechs Kinder.

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Oberstaatsanwältin Kerstin Brinkmeier führte im ersten Plädoyer des Verhandlungstages aus, dass der Bürgermeister Schuld trage am Ertrinken der drei Geschwister. Seine Aufgabe sei es gewesen, eine Gefahrenquelle in seiner Gemeinde zu erkennen. Wer solch ein Amt bekleide, sei verpflichtet, sich über Sicherungspflichten kundig zu machen. Er hätte erkennen müssen, welche Gefahren vom Teich ausgehen, ganz gleich, welchen Zweck das Gewässer habe. Es sei schließlich bei den Bürgern bekannt gewesen, dass am Teich viel gespielt und gefeiert werde, seine Anlagen aber wegen der gepflasterten und rutschigen Böschung nicht ungefährlich seien.

Die Anklage geht davon, dass mindestens ein Kind beim Spielen ins Wasser fiel und die anderen beim Versuch, Hilfe zu leisten, ebenfalls verunglückten. Oberstaatsanwältin Brinkmeier sagte: "Ein Bürgermeister trägt die Verantwortung für seine Bürger." Der Prozess sollte mit weiteren Plädoyers fortgesetzt werden. Ob es noch am Donnerstag ein Urteil gibt, ist ungewiss.

dpa

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