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Panorama Freispruch in Prozess um Messerstiche auf Marktplatz
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15:09 13.02.2020
Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Quelle: David-Wolfgang Ebener/dpa/Archiv
Frankfurt/Main

Dem Italiener waren versuchter Totschlag und gefährliche Körperverletzung zur Last gelegt worden. Um eine vorausgegangene Beleidigung seiner Tochter durch einen obdachlosen und stark alkoholisierten Mann zu rächen, soll er laut Anklage zugestochen haben. (AZ 3690 Js 208420/19)

In der mehrwöchigen Beweisaufnahme aber habe sich eine "undurchsichtige und nebulöse Gemengelage" ergeben, hieß es in der Urteilsbegründung. Keiner der vielen Zeugen habe schließlich das Messer gesehen. Auch sei es möglich, dass die ebenfalls am Tatort anwesenden Söhne des Angeklagten die Tat begangen hatten. Das Opfer hatte zunächst eine auf den Italiener nicht zutreffende Täterbeschreibung abgegeben. Auch vor Gericht konnte er den Mann nicht identifizieren. Die Tochter hatte sich zwischenzeitlich selbst der Stiche bezichtigt, was laut Urteil jedoch als unglaubwürdig angesehen wurde.

Weil der Freigesprochene nach der Tat im Februar vergangenen Jahres knapp zwölf Monate in Untersuchungshaft verbrachte, wurde ihm vom Gericht eine Haftentschädigung für diesen Zeitraum zugesprochen. Die Staatsanwaltschaft, die viereinhalb Jahre Haft wegen versuchten Totschlags gefordert hatte, erwägt Revision gegen den Freispruch beim Bundesgerichtshof.

dpa

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