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Panorama Freibäder bereiten sich vor: Aber Start noch nicht absehbar
Mehr Hessen Panorama Freibäder bereiten sich vor: Aber Start noch nicht absehbar
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09:24 24.04.2021
Ein gelber Sonnenschirm steht in einem Frankfurter Freibad auf einem Steg.
Ein gelber Sonnenschirm steht in einem Frankfurter Freibad auf einem Steg. Quelle: Boris Roessler/dpa/Archivbild
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Bad Soden/Melsungen

Becken putzen, Wasser wechseln, Grünanlagen pflegen - bevor Freibad-Gäste sich die Sonne auf den Bauch scheinen lassen können, müssen die Betreiber die Bäder wochenlang herrichten. Das tun sie in Hessen gerade wieder, obwohl aufgrund der Corona-Pandemie noch kein Eröffnungstermin feststeht - ob in Melsungen im Norden oder in Frankfurt. "Wir bereiten vor, wie wenn wir öffnen", sagte ein Sprecher des Melsunger Waldschwimmbads. Es werde alles so weit fertig gemacht, dass nur noch der Schlüssel gedreht werden müsse, um die Leute einzulassen.

"Die Vorbereitungen laufen gut", sagte ein Sprecher der Frankfurter Bäder. "Wenn das Wetter mitspielt, könnten wir Mitte Mai starten". 100 Mitarbeiter seien aus der Kurzarbeit geholt worden, um in den Frankfurter Hallen- und Freibädern zu arbeiten. Die meisten von ihnen seien derzeit im Einsatz, um die Freibäder "auszuwintern", also zu putzen, die Technik zu warten, Rasen zu mähen, Hecken zu schneiden.

Selbst wenn die Saison ausfallen sollte, seien die Arbeiten notwendig. "Ein Bad einfach stillzulegen, ist nie gut", sagte der Sprecher. Aufgrund der sensiblen Technik und der Wasserleitungen würde eine Stilllegung ein "unheimlich großes Risiko" mit sich bringen.

Blick zurück: 2020 durften die Freibäder aufgrund sinkender Infektionszahlen Mitte Juni mit Hygieneauflagen und Abstandsregelungen öffnen. Seit November sind sämtliche Badeanstalten für den Publikumsverkehr wieder geschlossen. Ausnahmen gibt es unter anderem für Schul- und Profisport.

Zur aktuellen Lage sagte eine Sprecherin des FreiBadSoden im Main-Taunus-Kreis: "Eigentlich wären wir jetzt schon fertig." Im Vergleich zur üblichen Saison seien die Betreiber etwa zwei Wochen im Verzug. Das liege an dem Umbau eines Beckenheizers, mit dem sie sich aufgrund der aktuellen Situation ein wenig mehr Zeit gelassen haben. Deshalb sei auch noch kein Wasser im Becken. "Den Zeitpunkt des Einlassens müssen wir noch abstimmen", sagte die Sprecherin. Sie rechne damit, dass Ende April das Wasser einfließen könne. Es dauere etwa fünf Tage, um die 2,5 Millionen Liter Wasser über einen Feuerwehrschlauch einzulassen, danach brauche es ein paar Tage zum Beheizen.

Alles andere sei bereits erledigt. Vor einer neuen Saison müsse das alte Wasser abgelassen und die Edelstahlwanne mit speziellen Reinigern geputzt werden. Das Wasser bleibe nämlich nach einer Saison auch über den Winter im Bad, da sich ein leeres Becken aufgrund des Grundwasseraufkommens heben oder sogar bersten könnte, wie die Sprecherin erklärte.

Aus diesem Grund werde auch das neue Wasser auf jeden Fall eingelassen, selbst wenn 2021 keine Badegäste kommen sollten. Jedoch könnte ohne Besucher das Bad zu einem stehenden Gewässer werden und kippen, die Wasserqualität also sinken. In diesem Fall müssten die Betreiber das Wasser mit Pumpen umwälzen, was viel Energie verbrauche und hohe Kosten verursache.

Mögliche Kosten und fehlende Planbarkeit treiben einige Freibadbetreiber um. In Wiesbaden wäre das Opelbad eigentlich bereits in den letzten Zügen der Vorbereitungen, dieses Jahr stehe man aber an einem anderen Punkt, wie ein Sprecher mitteilte. "Wir verfolgen die aktuellen Inzidenzen, um kurzfristig zu entscheiden und reagieren zu können." In Darmstadt erfolge das "Auswintern" zwar wie gewohnt, eine Planung der Saison gestalte sich derzeit aber als sehr schwierig, wie ein Sprecher mitteilte.

© dpa-infocom, dpa:210424-99-333700/2

dpa