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Panorama Frau mit Messer im Gesicht verletzt: Prozess gegen Ehemann
Mehr Hessen Panorama Frau mit Messer im Gesicht verletzt: Prozess gegen Ehemann
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17:22 04.03.2021
Die Statue der Justitia ziert den Gerechtigkeitsbrunnen auf dem Frankfurter Römerberg.
Die Statue der Justitia ziert den Gerechtigkeitsbrunnen auf dem Frankfurter Römerberg. Quelle: Arne Dedert/dpa/Symbolbild
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Frankfurt/Main

Im Prozess um eine brutale Attacke auf seine Ehefrau hat ein Mann vor dem Landgericht Frankfurt am ersten Tag von alkoholbedingten Erinnerungslücken berichtet. Dem 44-Jährigen wird versuchter Mord sowie gefährliche und schwere Körperverletzung zur Last gelegt. Der Angeklagte soll seine Frau schwer misshandelt und mit einem Messer verletzt und entstellt haben. (Aktenzeichen 3690 Js 235992/20).

Zum schwersten Übergriff soll es im August vergangenen Jahres in der gemeinsamen Wohnung in Frankfurt-Sossenheim gekommen sein. Die Frau hatte einen Schnitt vom Unterkiefer bis zum Ohr erlitten und mehrere Liter Blut verloren. Laut Anklage hatte die Frau zuvor angekündigt, sich trennen zu wollen.

Wie der Angeklagte schilderte, soll ihn die Frau am Tattag angerufen und beleidigt haben. An die Messerattacke direkt aber habe er nach dem Konsum von mehreren Flaschen Rotwein keine Erinnerung mehr, schilderte der aus Marokko stammende Mann. Sein Verteidiger habe ihm erst bei der Polizei gesagt, was vorgefallen sei. Die Staatsanwaltschaft geht von den Mordmerkmalen der Heimtücke und der niedrigen Beweggründe aus.

Schon im Januar 2019 soll es laut Anklage zum ersten größeren Übergriff des Mannes gekommen sein. Ebenfalls unter Alkoholeinfluss soll er die Frau mit einer Nachttischlampe geschlagen und damit eine Gehirnerschütterung verursacht haben. Unter seinem Druck habe die Frau während der Ehe immer wieder Strafanzeigen gegen den Angeklagten zurückgenommen. Auch nach dem Ausspruch der Trennung im Juli vergangenen Jahres habe sie ihn bis zum Tattag "aus Mitleid" in der Wohnung aufgenommen. Nach der Messerattacke kam er in Untersuchungshaft.

Die Schwurgerichtskammer hat noch zwei weitere Verhandlungstage bis Mitte März terminiert.

© dpa-infocom, dpa:210303-99-674347/4

dpa