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Panorama Mord mit Auto und Axt: Lebenslange Haft für Ehemann
Mehr Hessen Panorama Mord mit Auto und Axt: Lebenslange Haft für Ehemann
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17:22 03.07.2020
Eine goldfarbene Justitia-Figur steht vor Aktenbergen, die sich auf einem Tisch stapeln. Quelle: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild
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Limburg

Wegen heimtückischen Mordes an seiner Ehefrau mitten in Limburg ist ein 34 Jahre alter Mann zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht Limburg erkannte am Freitag in seinem Urteil außerdem eine besondere Schwere der Schuld. Damit ist eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren praktisch ausgeschlossen.

Der deutsche Staatsbürger hatte nach den Feststellungen des Gerichts im Oktober 2019 seine getrennt von ihm lebende Frau auf offener Straße mit einem Auto angefahren. Dann schlug er mit einem Beil und einer Axt auf die 31-Jährige ein. Vorher hatte er die sterbende Frau so hingelegt, dass er ihren Hals gut treffen konnte. Es sei "gleichsam eine öffentliche Enthauptung" gewesen, sagte der Vorsitzende Richter der Schwurgerichtskammer. Der Mann habe seine Frau bestrafen wollen, weil sie ihn verlassen hat. Bei der Tat habe er einen "unbedingten Vernichtungswillen" gezeigt. Die Behauptung des Mannes im Gericht, er habe sich nach der Ermordung seiner Frau selbst töten wollen, sei unglaubwürdig. "Er hat nie die Waffe gegen sich selbst gerichtet."

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Das aus Tunesien stammende Paar hatte im Jahr 2013 geheiratet. Mit ihren 2016 und 2017 geborenen Kindern lebten sie in Rheinland-Pfalz, sie arbeitete als Sprachlehrerin an einer Volkshochschule. "Er kontrollierte und dominierte sie psychisch", so der Richter über die Ehe. Einige Male habe er sie auch geschlagen. Als die Frau im Sommer 2019 wieder schwanger wurde, zog sie nach einem Streit mit ihrem Mann über eine mögliche Abtreibung aus. Gemeinsam mit ihren Kindern kam sie in einem Frauenhaus in Limburg unter, ließ die Schwangerschaft beenden und zeigte ihren Mann wegen häuslicher Gewalt an.

Ihr Aufenthaltsort wurde dem heute 34-Jährigen nicht mitgeteilt, mit Hilfe eines Privatdetektivs bekam er jedoch ihre Adresse heraus. Daraufhin observierte er sie. Als er auch noch ihre Handynummer erfuhr, rief er sie trotz Kontaktverbots an. "Er war tief gekränkt, sein Selbstbild vom treu sorgenden Familienvater brach zusammen", hieß es in der Urteilsbegründung. Im Oktober habe er schließlich den Entschluss gefasst, seine Frau zu töten. Die Kinder seien ihm egal gewesen.

Er mietete sich einen hochmotorisierten Wagen und legte darin seine Waffen ab. Von dort aus beobachtete er am 25. Oktober, wie seine Frau den Sohn und die Tochter in die Kita brachte. Er schaltete die Fahrer-Assistenzsysteme aus, die für eine automatische Bremsung gesorgt hätten, schnallte sich an und fuhr in hoher Geschwindigkeit von hinten gegen seine Frau.

Passanten glaubten zunächst an einem Unfall und liefen zu ihm. Er bedrohte sie mit seiner Schreckschusspistole und hieb dann mit Axt und Beil auf seine Frau ein, dabei beschimpfte er die Sterbende mit wüsten Ausdrücken. Die Zeugen der Tat seien bis heute "beeindruckt", wie es der Richter formulierte.

dpa