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Panorama Frankfurter Technomuseum: Eröffnung womöglich im Frühherbst
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17:53 02.03.2021
Gründungsdirektor Alex Azary (57) steht vor dem Standort des künftigen Museum of Modern Electronic Music (Momem) in einer Zwischenebene der Hauptwache mitten in der Frankfurter Innenstadt.
Gründungsdirektor Alex Azary (57) steht vor dem Standort des künftigen Museum of Modern Electronic Music (Momem) in einer Zwischenebene der Hauptwache mitten in der Frankfurter Innenstadt. Quelle: Frank Rumpenhorst/dpa/Archivbild
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Frankfurt/Main

Der Innenausbau von Deutschlands erstem Museum für elektronische Musik in Frankfurt ist abgeschlossen, aber ein konkreter Eröffnungstermin steht coronabedingt noch immer nicht fest. "Das Momem - da bin ich mir sicher - wird weltweit für Aufsehen sorgen", sagte Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) am Dienstag bei einem Rundgang durch die Ausstellungsräume an der Hauptwache.

Das Interesse an elektronischer Musik sei riesig, zudem sei Frankfurt die Technohauptstadt, die mit Clubs wie dem Omen, dem Dorian Gray oder dem Robert Johnson im benachbarten Offenbach die Szene maßgeblich geprägt habe. "Dass das mal museal wird, haben wir alle natürlich nicht gedacht."

Wenn alles gut läuft, solle das Museum Of Modern Electronic Music (Momem) an der Hauptwache im Frühherbst die Türen öffnen, sagte Feldmann. "Es ist schön, dass das Momem soweit ist - jetzt spannt uns leider die Pandemie weiter auf die Folter." Denn das Museum brauche eine anständige Eröffnung, ohne die derzeitigen Einschränkungen und Abstandsgebote.

Die Räumlichkeiten befinden sich in der Zwischenebene an der Hauptwache. Im Inneren erinnert das Museum mit den schwarzen Wänden und der Lichtinstallation an einen Club. Ausstellungsexponate sind aber noch nicht zu sehen.

"Wir haben hier mit dem Raum einen Kontext geschaffen, in dem wir die vielen verschiedenen unterschiedlichen Aspekte der Clubkultur aufzeigen können", sagte der Vorsitzende des Vereins "Friends of Momem", Alex Azary. Es solle nicht nur ein Museum, sondern auch ein Begegnungsraum sein. So werde es auch eine kleine Bühne geben. Azary hofft mit dem Momem auch den Standort an der Einkaufsmeile Zeil etwas aufzuwerten. "Wir wollen der Stadt ein Angebot machen, Kultur in die Innenstadt zu bringen und diesen Ort wieder positiv zu beleben."

Ursprünglich sollte das private Museum 2019 an den Start gehen. Wegen Streitereien um die Finanzierung verzögerte sich aber die Planung, als neuer Termin wurde zunächst der Frühsommer 2020 genannt. Später hofften die Macher auf den November letzten Jahres. Doch wegen der Coronakrise konnten sie nicht an ihren Plänen festhalten. "Durch die Coronazeit gab es natürlich eine irre Verzögerung, es hätte längst losgehen sollen", sagte Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD).

Das Momem soll ein Ort werden, "der die Einflüsse und historischen Dimensionen Elektronischer Musik zeigt und zu neuem Leben erweckt", erklärten die Macher schon vor längerem zum Konzept. Elektronische Musik habe in den vergangenen Jahrzehnten nicht nur eine Clubszene hervorgebracht, die sich ständig neu erfinde. Mit den Einflüssen auf andere Musikrichtungen sowie Kunst, Design, Mode bis hin zu Technologie sei die jüngere Kulturgeschichte entscheidend geprägt worden.

© dpa-infocom, dpa:210302-99-658425/3

dpa