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Panorama Frankfurter Architekturmuseum zeigt Schau zur Neuen Heimat
Mehr Hessen Panorama Frankfurter Architekturmuseum zeigt Schau zur Neuen Heimat
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13:58 12.03.2020
Das Deutsche Architekturmuseum. Quelle: picture alliance / dpa/Archiv
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Frankfurt

Sie war der größte nichtstaatliche Wohnungsbaukonzern im Europa der Nachkriegszeit und prägte West-Deutschland vor allem mit Hochhäusern und Trabantensiedlungen. Jetzt widmet das Deutsche Architekturmuseum der Neuen Heimat eine umfassende Ausstellung.

"Die Neue Heimat hat die Wohnungsnot in der Nachkriegszeit gelöst", sagte Museumsdirektor Peter Cachola Schmal am Donnerstag in Frankfurt. Die Projekte seien sowohl Ergebnis eines einzigartigen Zusammenspiels von wirtschaftlichen Interessen und Politik, als auch Ausdruck und Spiegelbild der bundesdeutschen Sozialgeschichte.

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In einem Zeitraum von über dreißig Jahren baute das Gewerkschaftsunternehmen mehr als 400 000 Wohnungen - ob in Bremen Neue Vahr oder München-Neuperlach. Die Bauten und Projekte werden in der Schau "Die Neue Heimat (1950 - 1982) - Eine sozialdemokratische Utopie und ihre Bauten" an zahlreichen Beispielen analysiert.

Alleine in Hessen errichtete der Immobilien-Gigant mehr als 50 000 Wohnungen in 100 Städten. Zu den bekanntesten Projekten zählen die Frankfurter Nordweststadt, das Kassler Wohngebiet Documenta urbana oder die von Ernst May entworfene Hochhaussiedlung in Darmstadt-Kranichstein.

Für die Schau werteten die Kuratoren das historische Archiv des Konzerns aus, das um die 25 000 Fotos, Filmproduktionen, Planmaterialien und Originalmodelle umfasst. Interviews mit Zeitzeugen zeigen zudem historische und gegenwärtige Perspektiven.

Eine bewusste Entscheidung der Macher sei es gewesen, den Skandal, der die Neue Heimat Anfang der 1980er Jahre zum Einsturz brachte, nicht in den Fokus zu rücken. "Der Spiegel" deckte damals auf, dass die Chefs des Baukonzerns in Gewerkschaftshand in die eigene Tasche gewirtschaftet hatten.

Die Ausstellung des Architekturmuseums der TU München und des Hamburgischen Architekturarchivs der Hamburgischen Architektenkammer war bereits in Hamburg und München zu sehen.

dpa

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