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Panorama Auftakt im Prozess gegen falschen Flugkapitän
Mehr Hessen Panorama Auftakt im Prozess gegen falschen Flugkapitän
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16:02 21.07.2022
Eine Ausgabe der Strafprozessordnung liegt in einem Gerichtssaal.
Eine Ausgabe der Strafprozessordnung liegt in einem Gerichtssaal. Quelle: Friso Gentsch/dpa/Symbolbild
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Frankfurt/Main (dpa/lhe)

Im Prozess um einen vermeintlich falschen Flugkapitän hat sich der Angeklagte zum Auftakt nicht zu den Vorwürfen geäußert. Mehrere Zeugen bestätigten indes am Donnerstag vor dem Landgericht Frankfurt die Anklagepunkte und schilderten, wie der Mann aufgetreten war.

Dem 56-Jährigen werden Betrügereien und Diebstähle vorgeworfen - konkret geht es um 13 Einzeltaten. Er soll 2020 mit einer falschen Kapitänsuniform mit Messingknöpfen und Schulterbesätzen das Vertrauen von Passagieren und Hotelgästen erschlichen haben. Den Opfern erledigte er zunächst lästige Formalitäten und zeigte ihnen die Stadt. Kurzzeitige Abwesenheiten nutzte er aus, um mit deren Gepäck zu verschwinden. Die Staatsanwaltschaft geht von einem Gesamtschaden von knapp 5000 Euro aus.

In anderen Fällen soll der Mann seinen Opfern preisgünstige Flugtickets «über Beziehungen» angeboten haben. Er kassierte jeweils 150 Euro im Voraus, händigte aber nur eine wertlose, angebliche Buchungsbestätigung aus. Anfang 2021 wurde er festgenommen, sein Vorstrafenregister enthält bereits 40 Einträge, die meisten davon sind einschlägige Verurteilungen wegen Betruges oder Diebstahls. Rund 30 Jahre soll der Angeklagte deshalb bereits in Gefängnissen gewesen sein. Die Strafkammer hat in dem nun begonnenen Verfahren noch vier weitere Verhandlungstage terminiert.