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Panorama Fast 250 neue Stiftungen in Hessen: Schwerpunkt im Süden
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08:32 29.01.2022
Der Schriftzug "Stiftung" ist an einer Wand zu lesen.
Der Schriftzug "Stiftung" ist an einer Wand zu lesen. Quelle: Inga Kjer/dpa/Archivbild
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Darmstadt/Gießen/Kassel

Die Zahl der Stiftungen hat in Hessen im vergangenen Jahr stark zugenommen. In den zuständigen Regierungspräsidien in Darmstadt, Gießen und Kassel wurden nach Angaben der drei Behörden 2021 insgesamt 247 neue Stiftungen gegründet.

Der Löwenanteil liegt dabei in Südhessen mit 224 Gründungen und ist nach Angaben des Regierungspräsidiums in Darmstadt ein neuer Rekord. Im Einzugsgebiet der Gießener Behörde waren es 20, beim Kasseler Regierungspräsidium 3. Zum Ende des Jahres gab es damit landesweit 2581 Stiftungen mit einem Gesamtvermögen von mehr als neun Milliarden Euro. Auch beim Geld lag der größte Anteil mit rund sieben Milliarden in Südhessen, gefolgt von Gießen mit rund 2,6 Milliarden und Kassel mit rund 775.000 Euro.

"Bundesweit gibt es rund 23.000 rechtsfähige Stiftungen bürgerlichen Rechts. 92 Prozent der Stiftungen verfolgen gemeinnützige Zwecke", heißt es auf der Homepage des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen. Die Arbeit sei darauf ausgerichtet, die Allgemeinheit selbstlos zu fördern. So ermöglichen Stiftungen Bildungsprogramme, unterstützen Museen und Wissenschaft, helfen Menschen mit Behinderung oder sozial Benachteiligten. Geregelt ist die Entstehung einer rechtsfähigen Stiftung im Bürgerlichen Gesetzbuch. Die Anerkennung erfolgt in Hessen durch die Regierungspräsidien.

Hessen war nach Angaben des Bundesverbandes im Jahr 2020 bei den rechtsfähigen Stiftungen des bürgerlichen Rechts das Flächenland mit der höchsten Stiftungsdichte. Mit 36,8 Stiftungen pro 100.000 Einwohner haben nur die Bundesländer Bremen (49,5) und Hamburg (78,7) mehr. Bei der Stiftungsdichte in den Großstädten war Darmstadt nach Angaben des Bundesverbandes 2020 Spitzenreiter mit 152 pro 100.000 Einwohnern. Frankfurt schaffte es mit 82 auf Rang 4. Zahlen für das Jahr 2021 liegen dem Bundesverband zufolge erst Ende März vor.

Die meisten Stiftungen wurden den Regierungspräsidien zufolge im vergangenen Jahr in Darmstadt (129), im Main-Taunus-Kreis (34) und in Frankfurt (26) anerkannt. "Der starke Anstieg der neuen Stiftungen ist auf dort ansässige Beratungsgesellschaften zurückzuführen, die auch Stiftungsverwaltungen wahrnehmen", teilte das Regierungspräsidium in Darmstadt mit.

"Voraussetzung für die Anerkennung einer Stiftung ist, dass der gewünschte Zweck aus den Erträgen oder durch den Verbrauch des Vermögens nachhaltig erfüllt werden kann", teilte das Regierungspräsidium mit. Die staatliche Aufsicht überwache Stiftungen dahingehend, dass das zu erhaltende Stiftungsvermögen nicht geschmälert wird und die Stiftungsausgaben nur entsprechend der Zweckbestimmung erfolgen.

© dpa-infocom, dpa:220129-99-895378/2

dpa