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Panorama Fahrradklima-Test: Frankfurt und Wiesbaden holen auf
Mehr Hessen Panorama Fahrradklima-Test: Frankfurt und Wiesbaden holen auf
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14:33 16.03.2021
Din Radfahrer fährt über einen Fahrradstreifen.
Din Radfahrer fährt über einen Fahrradstreifen. Quelle: Uli Deck/dpa/Symbolbild
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Frankfurt/Main

Laut einer Umfrage des Deutschen Fahrrad-Clubs hat sich die Fahrradfreundlichkeit in Frankfurt und Wiesbaden deutlich verbessert. In der bundesweiten Kategorie "Aufholer" wurden sowohl die Mainmetropole als auch die hessische Landeshauptstadt ausgezeichnet, wie der ADFC Hessen am Dienstag mitteilte. In der Kategorie "Spitzenreiter", also der besten Gesamtwertung, landete Frankfurt bei den Städten über 500 000 Einwohnern auf Platz drei hinter Bremen und Hannover.

Zwar erzielten sowohl Frankfurt (3,72) als auch Wiesbaden (3,92) nur mäßige Gesamtnoten, allerdings konnten sie sich im Vergleich zur letzten Umfrage 2018 klar verbessern und wurden in ihrer jeweiligen Städtekategorie, die sich nach der Einwohnerzahl richtet, zum "Aufholer" gekürt. So wurden in Frankfurt beispielsweise neue Radwege auf Hauptverkehrsachsen gelobt.

Die hessenweit beste Note erlangte Baunatal (2,39). Die nordhessische Kommune treibe etwa den Bau moderner Fahrrad-Infrastruktur, wie den Radschnellweg nach Kassel, voran, hieß es. Eine schlechte Bewertung gab es dagegen für Bad Hersfeld (4,53). Grund seien fehlende oder zu schmale Radwege, zudem gefährde oder behindere die Verkehrsführung an Kreuzungen die Radfahrerinnen und Radfahrer.

Der Fahrrad-Club betonte, dass nicht nur der Radverkehr in den Städten gefördert werden dürfe. Die Verkehrswende müsse überall stattfinden, "natürlich auch im ländlichen Raum, in dem die Hälfte der hessischen Bevölkerung lebt", sagte Xavier Marc, stellvertretender Vorsitzender des ADFC Hessen.

Laut dem Angaben landeten insgesamt 106 hessische Ortschaften in der Auswertung. Ernüchternd sei, "dass das Gros der Kommunen nicht über eine Note 4 hinauskommt", sagte Marc. "In den allermeisten Kommunen sei noch sehr viel zu tun. Eine gute Rad-Infrastruktur müsse nicht mehr am Mangel an Geld und Kenntnissen scheitern, es komme auf den politischen Willen an.

Hessenweit beteiligten sich 20 000 Radfahrerinnen und Radfahrer an der Befragung. "Sei es wegen Corona, der Klimakrise oder aus dem Wunsch nach lebenswerteren Städten: Radfahren ist jetzt überall ein Megathema", sagte Marc. "Die Bedingungen für den Radverkehr zu verbessern, gehört heute zu den großen Aufgaben der Politik."

Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) betonte: "Der aktuelle Fahrradklima-Test zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind". Das Land stelle bis 2023 allein 70,5 Millionen Euro für die Nahmobilität in Städten und Gemeinden zur Verfügung.

Den sogenannten Fahrradklima-Test führt der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (SDFC) alle zwei Jahre in Kooperation mit dem Bundesverkehrsministerium durch. Die aktuelle Erhebung stammt aus dem Herbst 2020. Sie ist nicht repräsentativ, gilt aber als Stimmungsbarometer. Bei den Fragen ging es vor allem um das Sicherheitsgefühl der Radler, um Konflikte mit Fußgängern oder Autofahrern oder um die Qualität von Radwegen.

© dpa-infocom, dpa:210315-99-834262/4

dpa