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Panorama Experten forschen in Darmstadt im Kampf gegen Datendiebe
Mehr Hessen Panorama Experten forschen in Darmstadt im Kampf gegen Datendiebe
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14:09 04.12.2019
IT Security Wissenschaftler trainieren im Raum «Cyber Range» im Cybersicherheitszentrum «Athene». Quelle: Frank Rumpenhorst/dpa
Darmstadt

Cyberspionage und Hackerangriffe auf Industrieanlagen, Versicherungen oder Kliniken sind im Zuge der Digitalisierung alltägliche Risiken. In Darmstadt sitzt jetzt nach Angaben der Fraunhofer-Gesellschaft das mit mehr als 500 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern größte Forschungszentrum für angewandte Cybersicherheit in Europa. "Überall liegen Gefahren durch Hacker", sagte der Direktor des am Mittwoch offiziell eröffneten Instituts mit Namen "Athene", Michael Waidner. "Drei Viertel aller Firmen sind angreifbar." Der geschätzte Schaden durch Cyberkriminelle belaufe sich Schätzungen zufolge jährlich auf 102 Milliarden Euro bundesweit.

Auch Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) warnte vor Sicherheitslücken. "Wir übertreiben nicht, wenn wir sagen, die Lage ist ernst", sagte die CDU-Politikerin. "Wir reden über die Sicherheit unseres täglichen Lebens." Digitale Sicherheit müsse von Anfang an konsequent mitgedacht und auch gelebt werden.

Mit "Athene" - der griechischen Göttin der Weisheit - gibt es nach den Worten von Hessens Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne) ein Forschungszentrum der Spitzenklasse. Die Einrichtung mit Wissenschaftlern aus aller Herren Länder decke das gesamte Spektrum von IT und Datensicherheit ab, biete bodenständige Beratung und die ganz großen Lösungen.

Cyberkriminelle legen Industrieanlagen oder die Stromversorgung lahm, greifen Kliniken an, Übernehmen die Kontrolle über Autos oder spionieren die Daten oder auch Wohnungen von Privatleuten aus. Gegen all diese Attacken suchen die Experten im Darmstädter Zentrum nach Sicherheitslösungen. Dabei arbeiten sie mit der Wirtschaft zusammen und können flexibel agieren. Nach den Worten von Waidner können Probleme sofort erforscht werden, wenn sie auftreten. Lange Genehmigungsverfahren für Projekte soll es nicht geben. "Wir können von einem auf den anderen Tag Forschungsprojekte starten."

Im Zuge der Digitalisierung fließen immer mehr Daten und viele Menschen sind sich der Risiken nicht bewusst. Die Dimension des Datenvolumens verdeutlichte die Präsidentin der Technischen Universität Darmstadt, Tanja Brühl. Die weltweite Datenmenge habe Schätzungen zufolge im vergangenen Jahr 33 Zettabytes betragen. Das sei ein Datenvolumen von zwei Billionen 90-Minuten-Filmen. Und es steige jedes Jahr um fast 30 Prozent.

Das Zentrum ist eine Einrichtung der Fraunhofer-Gesellschaft, der Technischen Universität und der Hochschule Darmstadt. Gefördert wird es vom Bund und vom Land derzeit mit 12,5 Millionen Euro. Diese Förderung soll nach Angaben der Fraunhofer-Gesellschaft bis 2026 stetig auf dann 37 Millionen Euro steigen. Das seit Anfang des Jahres existierende Zentrum bekommt jetzt den neuen Namen "Athene" und hieß vorher "Crisp".

dpa

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