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Panorama Coronavirus: Frankfurt erwartet Evakuierungsflug aus China
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18:42 29.01.2020
Berlin/Frankfurt

Die Behörden in Frankfurt bereiten sich auf einen Evakuierungsflug aus der chinesischen Provinz Hubei vor, warnen aber in Hessen vor übertriebener Sorge vor dem Coronavirus. Die Bundeswehr wird "in den nächsten Tagen" Deutsche und ihre Angehörigen ausfliegen. Die Entscheidung für einen Evakuierungsflug mit einem Flugzeug der Luftwaffe sei bereits am Montag vom Krisenstab des Auswärtigen Amts getroffen worden, sagte der stellvertretende Ministeriumssprecher, Christopher Burger, in Berlin. Wann das Flugzeug genau starten und landen wird, war am Mittwoch noch nicht klar, Zielort soll Frankfurt am Main sein.

Den hessischen Behörden war zunächst kein Coronavirusfall bekannt. Das sagte Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) im Landtag in Wiesbaden gesagt. Ein Verdachtsfall in Wiesbaden sei entkräftet worden. Die Bürger in Hessen könnten auf ein verlässliches Gesundheitssystem vertrauen. Eine Task Force sei eingerichtet worden, die ständigen Kontakt mit den Gesundheitsämtern im Land sowie dem Robert Koch-Institut hält.

Die deutschen Passagiere aus China sollen nach dem Evakuierungsflug in Quarantäne kommen. Laut Bundesgesundheitsministerium wurde in Abstimmung mit den hessischen Behörden entschieden, Rückkehrer während der Inkubationszeit von 14 Tagen zentral unterzubringen. Nach den genauen Örtlichkeiten werde noch gesucht. Der Bund wolle dabei die Behörden in Frankfurt unterstützen.

Die Staatssekretärin des hessischen Gesundheitsministeriums, Anne Janz (Grüne), sagte am Mittwoch: "Es wird Quarantänebedingungen geben. Wie das genau aussieht, darüber gibt es im Moment ganz intensive Gespräche mit dem Bundesgesundheitsministerium, der Bundesregierung und der hessischen Landesregierung. Die Passagiere würden "wahrscheinlich in den nächsten 14 Tagen" so betreut, dass sich niemand Sorgen machen müsse.

In dem Flieger säßen nur Gesunde, betonte der Leiter des Frankfurter Gesundheitsamts, René Gottschalk. Sollte jemand während des Flugs erkranken, würde er am Flughafen von einem Spezialtransport abgeholt, in die Infektionsstation der Uni-Klinik gebracht, dort untersucht und isoliert. Danach würde man seine Kontaktpersonen ausfindig machen und untersuchen. Gottschalk erwartet in Deutschland "Einzelfälle, aber keine Ausbreitung".

Gesundheitsministerium und Gesundheitsamt warnten vor unbegründeter Panik. Hessen und die Bundesrepublik seien "sehr gut aufgestellt": "Wir werden alles tun, damit sich das Virus in der Bundesrepublik nicht weiter ausbreitet." Wie viele Verdachtsfälle es bislang in Hessen gab, ist unklar. In Frankfurt gab es laut Gesundheitsamt bis Mittwochmittag neun sogenannte "Abklärungsfälle" - alle Patienten hatten aber andere Infektionskrankheiten. Ein Nachweis dauert laut Uni-Klinik nur vier bis fünf Stunden.

Einen Verdachtsfall gab es an Bord einer Lufthansa-Maschine. An dem am Mittwochmorgen in Nanjing gelandeten Flug LH780 aus Frankfurt hatte auch ein Mann teilgenommen, der von den chinesischen Behörden als Risikofall eingestuft wurde, bestätigte das Unternehmen. Ob er tatsächlich infiziert ist, war zunächst noch unklar. Die Passagiere, die jeweils drei Reihen vor und hinter dem Mann saßen, seien von den chinesischen Behörden ebenso untersucht worden wie die Crew. Sie seien als unbedenklich entlassen worden. Flugbegleiter und Piloten seien in die nächste Maschine nach Frankfurt umgestiegen. Der Rückflug sollte am Mittwochabend in Frankfurt landen.

Der Darmstädter Merck-Konzern rät seinen rund 56 000 Mitarbeitern wegen des Coronavirus von Reisen nach China ab. Man empfehle den Beschäftigten weltweit, im Februar auf Reisen in die Volksrepublik zu verzichten oder diese vorerst zu verschieben, teilte der Pharma- und Chemiekonzern am Mittwoch mit.

dpa

Die Gewerkschaft Marburger Bund hat Ärzte an den hessischen Universitätskliniken zum Warnstreik aufgerufen. Die ganztägige Aktion sei für den 4. Februar geplant und betreffe die Kliniken in Frankfurt, Marburg und Gießen, teilte der Marburger Bund am Mittwoch mit.

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