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Panorama Wölfin im Rheingau-Taunus-Kreis hat einen Partner
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16:22 22.06.2021
Ein Wolf läuft durch ein Freigehege im Wildpark Alte Fasanerie.
Ein Wolf läuft durch ein Freigehege im Wildpark Alte Fasanerie. Quelle: Boris Roessler/dpa/Symbolbild
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Oestrich-Winkel

In Hessen gibt es erstmals ein Wolfspaar. Die beiden Tiere seien durch eine DNA-Probe im Rheingau-Taunus-Kreis bei Oestrich-Winkel bestätigt worden, teilte das Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) am Dienstag in Wiesbaden mit. Bisher galt in dem Gebiet nur eine Wölfin als sesshaft. Mit der neuen Probe sei nun das männliche Tier wiederholt über drei Monate in der Region nachgewiesen worden. Damit zählten die beiden Tiere nach bundesweit einheitlichen Kriterien als Wolfspaar.

Ob die Wölfe bereits Nachwuchs bekommen haben, sei noch unklar, sagte die hessische Wolfsbeauftragte Susanne Jokisch. Es seien aber bereits vermehrt Kameras in dem Gebiet aufgestellt worden, um das Wolfspaar zusammen und möglicherweise dann auch später mit ihren Jungen aufzunehmen.

Seit dem Frühjahr 2020 sind mehrere Wölfe in Hessen sesshaft geworden. Das bedeutet, die Tiere wurden über einen Zeitraum von sechs Monaten durch genetische Untersuchungen wiederholt in einer Region nachgewiesen.

Das Umweltministerium bleibt derweil bei seinem Kurs im Umgang mit den Wölfen in Hessen. Der Wolfsmanagementplan des Landes werde grundsätzlich kontinuierlich in Zusammenarbeit mit den Verbänden weiterentwickelt und falls nötig angepasst, teilte das Ministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Mit Blick auf die Wolfspopulation im Land ergebe sich bislang aber kein Anpassungsbedarf. Aktuell seien auch keine Bundesrats- oder Ministerkonferenzbeschlüsse bekannt, die zu einer Anpassung des Wolfsmanagementplans in Hessen führen würden.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hat sich für einen härteren Umgang mit Wölfen ausgesprochen. Der gute Erhaltungszustand beim Wolf sei in einigen Bundesländern erreicht. "Deswegen setzen wir uns für ein regionales Bestandsmanagement ein", sagte die Ministerin jüngst der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Im Jahr 2019 habe es durch Wolfsrisse fast 3000 tote oder verletze Nutztiere gegeben. "Wo soll das enden, wenn man es einfach ließe?"

Hessens Umweltministerin Priska Hinz (CDU) hatte dagegen zuletzt erneut betont, dass ein konfliktarmes Zusammenleben von Mensch und Wolf gelingen könne. Hessens Schafzüchtern und der Bauernverband sehen das aber skeptisch und sprechen sich für einen gezielten Abschuss einzelner auffälliger Wölfe aus. Nach Angaben des HLNUG wurden im vergangenen Jahr in Hessen 20 Nutztiere nachweislich von Wölfen gerissen.

© dpa-infocom, dpa:210622-99-96689/3

dpa