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Panorama Verletzter bei Schüssen: Zwist zwischen Großfamilien?
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19:42 27.04.2019
Ein Polizeibeamter markiert eine Patronenhülse mit Kreidespray. Quelle: Andreas Arnold
Rüsselsheim

Ein mutmaßlicher Streit zwischen Mitgliedern zweier Familien in der Rüsselsheimer Innenstadt ist derart eskaliert, dass Schüsse fielen. Dabei wurde am frühen Samstagmorgen ein 33 Jahre alter Mann durch einen Streifschuss verletzt, wie die Polizei mitteilte. Zwei Autos wurden von Projektilen getroffen und beschädigt. "Ersten Ermittlungen zufolge gab es einen Streit zwischen Mitgliedern zweier verschiedener Familien", sagte eine Polizeisprecherin.

Der Hintergrund des Konfliktes sei aber noch unklar. Hinweise auf Clankriminalität oder einen politischen Hintergrund gebe es bisher nicht, sagte sie. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts eines versuchten Tötungsdelikts. Zwölf Menschen wurden festgenommen, den Angeben zufolge gehören sie zwei verschiedenen Großfamilien an.

Eine Zeugin hatte die Polizei gegen 4.00 Uhr wegen der Schussgeräusche alarmiert, wie die Sprecherin sagte. Den Ermittlungen zufolge seien zuvor mehrere Personen in Streit geraten. Zeugenaussagen zufolge sollen gegenseitige Beschimpfungen zu hören gewesen sein. Vermutlich seien dabei die Schüsse gefallen.

Der Polizei zufolge war eine Gruppe von 15 bis 20 Personen nach den Schüssen geflüchtet. Die Beamten hätten zunächst neun Personen im Alter zwischen 13 und 53 Jahren festgenommen, so die Sprecherin. Ihren Angaben zufolge gehören sie einer Großfamilie an. Einen Antrag auf Haftbefehl hatte die Staatsanwaltschaft zunächst noch nicht gestellt, wie es weiter hieß.

Am Nachmittag wurden auch der angeschossene Mann und zwei weitere Männer als Tatverdächtige festgenommen. Nachdem diese drei Männer - sie gehören zu der anderen Großfamilie - erst als Zeugen vernommen wurden, habe sich der Verdacht auch gegen sie erhärtet. Die Fahndung nach weiteren Personen war noch nicht abgeschlossen.

Waffen stellte die Beamten zunächst nicht sicher. "Es ist unklar, ob aus mehreren Schusswaffen gefeuert wurde", sagte die Polizeisprecherin. Auch in eine Hauswand sei ein Geschoss eingeschlagen.

Am Abend sagte die Sprecherin, die Spurensicherung vor Ort sei beendet, die Absperrungen seien aufgehoben worden. Von den zwölf Personen in Gewahrsam werde voraussichtlich "der eine oder andere peu à peu entlassen". Weitere Festnahmen habe es nicht gegeben.

dpa

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