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Panorama Das Leben der Gartenschläfer im Blick der Forscher
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12:40 18.05.2021
Ein Gartenschläfer, der zu den nachtaktiven Schlafmäusen gehört und auch in Hessen heimisch ist (undatierte Aufnahme).
Ein Gartenschläfer, der zu den nachtaktiven Schlafmäusen gehört und auch in Hessen heimisch ist (undatierte Aufnahme). Quelle: --/Senckenberg Gesellschaft/dpa/Archivbild
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Gießen/Mainz

Mit einem speziellen Röhrensystem wollen Wissenschaftler des Teams "Spurensuche Gartenschläfer" die Lebensweise des vom Aussterben bedrohten Nagers erforschen. "Wir haben in einem Röhrensystem mehrere Messstationen untergebracht, mit denen wir die Gartenschläfer wiegen, fotografieren und ihnen vorsichtig Haarproben entnehmen", teilte Johannes Lang von der Universität Gießen am Dienstag mit. Initiatoren des Projektes sind der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung sowie die Justus-Liebig-Universität Gießen.

Unter anderem wolle man herausfinden, weshalb die Bestände des Gartenschläfers mancherorts drastisch eingebrochen sind, diese aber in anderen Regionen stabil erscheinen. Das Wissen wollen Forscher und Naturschützer nutzen, um die Tiere besser zu schützen. Bei einer bundesweiten Untersuchung im vergangenen Jahr waren vor allem in Rheinland-Pfalz zahlreiche dieser kleinen Nager gezählt worden, wie die Forscher mitgeteilt hatten. Fast die Hälfte von insgesamt rund 1500 Hinweisen auf das Nagetier waren auf Rheinland-Pfalz entfallen.

Der Gartenschläfer - auch bekannt als Schlafmaus - ist ein kleiner Verwandter des Siebenschläfers und leicht an seinem markanten Fellmuster am Kopf zu erkennen, das einer "Zorro-Maske" ähnelt. Obwohl der Gartenschläfer laut BUND eine heimische Tierart ist, gibt es zu ihm und dem dramatischen Rückgang seiner Bestände noch viele offene Fragen. Das Projekt "Spurensuche Gartenschläfer" wird vom Bundesumweltministerium gefördert.

Die Idee für das nun genutzte Röhrensystem mit Namen Dormouse Monitoring Systems (DoMoS) ist den Angaben zufolge in Zusammenarbeit mit Biologen der Justus-Liebig-Universität in Gießen und Mechatronikern der Dualen Hochschule Karlsruhe entstanden. Eingesetzt werden die Röhren an verschiedenen Standorten, vom Hausgarten in Mainz oder Schrebergartengrundstücken bei Mutterstadt bis zum Wald in den Hochlagen des Nationalparks Harz.

© dpa-infocom, dpa:210518-99-643813/2

dpa