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Panorama Darmstadt wartet weiter auf Welterbetitel für Mathildenhöhe
Mehr Hessen Panorama Darmstadt wartet weiter auf Welterbetitel für Mathildenhöhe
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12:42 15.04.2020
Jochen Partsch (Grüne), Oberbürgermeister von Darmstadt. Quelle: picture alliance / Andreas Arnold/dpa/Archivbild
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Darmstadt

Die Entscheidung über die Aufnahme der Darmstädter Künstlerkolonie Mathildenhöhe in die Unesco-Welterbe-Liste verzögert sich. Aufgrund der Corona-Krise sei die Welterbekonferenz in China vertagt worden. Darüber habe das Auswärtige Amt informiert, hieß es in einer Mitteilung der Stadt. Ein neuer Termin solle zeitnah bekannt gegeben werden. Die 44. Welterbekonferenz hätte ursprünglich vom 29. Juni bis 9. Juli im chinesischen Fuzhou stattfinden sollen.

"Die Absage der Welterbekonferenz in China, bei der auch über einen künftigen Welterbestatus unserer Stadtkrone, der Mathildenhöhe, entschieden werden sollte, ist bedauerlich, aber in Anbetracht der derzeitigen Umstände absolut nachvollziehbar", sagte Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne). "Unsere Anstrengungen, mit denen wir in den vergangenen Jahren auf die Entscheidung hingearbeitet und unser Projekt mit Leben gefüllt haben, lassen dadurch aber nicht nach." Man sei zuversichtlich, dass es zu einem späteren Zeitpunkt, "zu der von uns erhofften Entscheidung kommen wird".

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2011 ging Darmstadt in die Offensive und meldete Interesse für eine Welterbebewerbung an. Seither fließen Millionen Euro in das Projekt. Für die Sanierungsarbeiten hatte die Stadt zum Jahresanfang eine Investitionssumme von insgesamt fast 44 Millionen Euro angegeben, davon mehr als 34 Millionen alleine aus der Stadtkasse. Der Löwenanteil fließt mit rund 24,5 Millionen Euro in die Ausstellungshallen.

Das Entscheidungskomitee für das Welterbe betrachtet ein Gut als von außergewöhnlichem universellen Wert an, wenn mindestens eins von insgesamt zehn Kriterien erfüllt ist. Darmstadt sieht mit der Mathildenhöhe gleich drei Merkmale als gegeben an. Unter anderem sieht die Stadt das von insgesamt 23 Künstlern mit unterschiedlichen Berufen geschaffene Ensemble als eine Gruppe von Bauerwerken, verbunden mit Gärten, Skulpturen, Innenarchitektur und Design, das Entwicklungen zum Beginn des 20. Jahrhunderts in einmaliger Vielfalt zum Ausdruck bringt.

Als der Architekt Joseph Maria Olbrich, der Designer und Architekt Peter Behrens und fünf weitere Künstler 1899 nach Darmstadt kamen, gab es auf der Mathildenhöhe nur ein Wasserreservoir und eine vom russischen Zaren Nikolaus II. - dem Schwager des hessischen Großherzogs Ernst Ludwig - errichtete russische Kapelle. Binnen kurzer Zeit entwickelte sich ein vom Jugendstil geprägter neuer Stadtteil.

Derzeit umfasst die Liste des Unesco-Welterbes 1121 Kultur- und Naturstätten in 167 Ländern, 46 davon liegen in Deutschland, davon wiederum 6 in Hessen.

dpa

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