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Panorama "Danke, dass es Dich gab": Vom Umgang mit toten Tieren
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07:37 16.04.2019
"Hier ruht mein liebes Buwichen" steht auf dem ältesten Grabstein auf dem Tierfriedhof in Bad Homburg. Foto: Frank Rumpenhorst/Archivbild
Bad Homburg

Die Katze Minki scheint wenig Wert auf Häuslichkeit gelegt zu haben. "Streunen war Dein Leben" steht auf ihrem Grabstein auf dem Tierfriedhof in Bad Homburg. Alt ist sie nicht geworden, nach drei Jahren war ihr Streunerleben bereits zu Ende. Nun liegt Minkis Körper gemeinsam mit den sterblichen Überresten von vielen weiteren Tieren auf dem Friedhof zwischen Krankenhaus und Autobahn. Das älteste Grab ist nicht weit von ihrem entfernt, im Jahr 1934 wurde dort ein Hund begraben. Die Inschrift ist noch gut zu lesen: "Hier ruht mein liebes Buwichen".

"Das ist hier der zweitälteste Tierfriedhof Deutschlands", sagt Peter Wahl, Vorsitzender des Vereins Tierfriedhof Bad Homburg, beim Gang zwischen den vielen kleinen Gräbern. In der Zeit, in der Buwichen starb, war es noch die Ausnahme, Tiere auf einem Friedhof zu beerdigen. Lange Zeit wurden die meisten gestorbenen Haustiere im Garten vergraben oder vom Abdecker abgeholt. "Das war früher gang und gäbe", meint Astrid Behr vom Bundesverband Praktizierender Tierärzte in Frankfurt. "Heute gibt es Leute, die sich eine Urne mit der Asche ihres Tieres ins Wohnzimmer stellen."

Dass Haustiere dem Menschen immer wichtiger geworden sind, lässt sich auch beim Thema Tod feststellen. Herrchen und Frauchen wünschen sich einen würdigen Abschied von ihrem Wegbegleiter. Und sie wollen, dass etwas bleibt - auch wenn es nur Asche ist. Kein Wunder, dass das Geschäft mit der Einäscherung von Tierkörpern floriert.

So expandiert etwa das Tierkrematorium "Rosengarten" - nach eigenen Angaben Marktführer bei der Anzahl der Standorte - fleißig. "Eigentlich wollten wir nur das Gebiet rund um Bremen abdecken. Aber dieser Plan zerschlug sich schnell, weil wir von überall her Anfragen hatten", berichtet Emanuel Holle, Pressesprecher des vor 20 Jahren gegründeten Unternehmens. Mittlerweile hat das Unternehmen bundesweit 40 Filialen, darunter drei Standorte in Hessen. Umsatzzahlen veröffentlicht es nicht.

Holle verrät, dass überwiegend Hunde eingeäschert werden, gefolgt von Katzen. Auch Nagetiere, Vögel und Reptilien werden ins Krematorium gebracht. Etwa 85 Prozent der Tierhalter wollen die Asche wieder haben, zum Beispiel in einer Urne oder in einem Schmuckstück. Im Trend liegt zudem der Pfotenabdruck, der vom gestorbenen Tier kurz vor der Einäscherung genommen wird. Die Preise für eine Einzelkremierung liegen - je nach Gewicht des Tieres - zwischen 105 Euro und 315 Euro. Hinzu kommen die Kosten für das Gefäß.

Die Urnen können zum Beispiel auf den Tierfriedhöfen, die es in Hessen zahlreich gibt, vergraben werden. In einigen Bundesländern wird zudem ein Naturbestattung für Tiere angeboten. In Hessen wird derzeit in der Taunus-Gemeinde Weilrod überlegt, einen solchen anzulegen.

Sehr naturnah ist auch der Friedhof in Bad Homburg mit seinen alten Bäumen. Viele Gräber sind gepflegt, die Aufschriften auf den Gedenksteinen rührend. "Du bist das Beste, was mir im Leben passiert ist", heißt es etwa über die Katze Püppchen. "Danke, dass es Dich gab", "Du wirst immer in unserem Herzen sein" oder "Ewig mein Dackel-Mädchen" lauten weitere Inschriften. Und auf das Grab von Hund Ben, der seit fünf Jahren tot ist, hat jemand eine Vase mit roten Rosen gestellt.

dpa

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