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Panorama Corona bremst öffentliches Leben: Über 280 Kranke in Hessen
Mehr Hessen Panorama Corona bremst öffentliches Leben: Über 280 Kranke in Hessen
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16:22 15.03.2020
Medizinischer Mundschutz liegt auf einem Tisch. Quelle: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
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Frankfurt/Wiesbaden

Das öffentliche Leben in Hessen kommt wegen des Coronavirus immer mehr zum Erliegen. Die Landesregierung beschloss drastische Maßnahmen, um eine Verbreitung von Sars-Cov-2-Infektionen zu verlangsamen. Die Zahl der nachgewiesenen Fälle stieg am Sonntag auf 282 (Stand 12.00 Uhr). Am Tag zuvor waren es noch 191.

BEHÖRDEN und SCHULEN: Ab diesem Montag wird landesweit an den Schulen nicht mehr unterrichtet. Für bestimmte Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 1 bis 6 und bestimmte Kindergartenkinder wird eine Notfallbetreuung in kleinen Gruppen gewährleistet. Die Gruppe der anspruchsberechtigten Eltern gilt für Mitarbeiter der Polizei, Feuerwehr, von Ordnungsbehörden, des öffentlichen Gesundheitsdienstes und der Krankenhäuser.

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Kurz vor Beginn des Unterrichtsstopps an hessischen Schulen forderte der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Hessen-Thüringen ein Krisen-Elterngeld für Betroffene von Schul- oder Kitaschließungen. Ab Montag bleiben nach Angaben des Finanzministeriums auch alle Servicestellen der hessischen Finanzämter für Besucher geschlossen.

MUSEEN und THEATER: Bereits seit Sonntag sind alle Museen und Theater des Landes sowie die Museumslandschaft Kassel zunächst bis zu 19. April geschlossen. Die Landesregierung empfiehlt Kommunen, dies auch für ihre Theater und Museen anzuordnen. Die Landeshauptstadt Wiesbaden schloss die Hallenbäder. In Frankfurt zum Beispiel bleiben der Zoo, der Palmengarten, die Bühnen und die Museen zu.

DIE LANDESREGIERUNG: Das Kabinett sagt alle öffentlichen Termine ab. Auch die Mitglieder der Landesregierung würden ihre persönlichen Kontakte deutlich reduzieren und keine öffentlichen Termine mehr wahrnehmen, um so das Infektionsrisiko und die Gefahr der Übertragung des Virus zu minimieren.

FEIERN und VERSAMMLUNGEN mit mehr als 100 Teilnehmern sind nach einer Anordnung der Hessischen Landesregierung nach einer Sonder-Kabinettssitzung zur Bekämpfung der Coronaviruskrise verboten. Um die Verbreitung des Coronavirus zumindest zu verlangsamen sollen zudem die persönlichen Kontakte so weit wie möglich minimiert werden. Die Verordnung bekamen am Wochenende auch gleich zwei Brautpaare zu spüren. Ihre Hochzeitspartys mit mehr als 100 Teilnehmern bei Hattersheim und Kelkheim wurden aufgelöst, die Gäste mussten nach Hause gehen.

REISEN aus RISIKOGEBIETEN: Funktionsträger, die aus Risikogebieten zurückkehren, müssen in Quarantäne. Die Personengruppe, die für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung besonders wichtig ist, werde um alle Mitarbeiter der Krankenhäuser, des öffentlichen Gesundheitsdienstes, der kritischen Infrastruktur wie etwa der Energie- und Wasserversorgung sowie um Soldatinnen und Soldaten erweitert. Wer zu dieser Gruppe zähle, müsse nach der Rückkehr aus einem Risikogebiet für 14 Tage in häusliche Quarantäne. Damit soll sichergestellt werden, dass diese Menschen nicht ungewollt Kollegen aus diesen Bereichen mit dem Virus infizieren.

KIRCHEN: Um die Verbreitung des Virus zu verlangsamen, hat das Bistum Fulda am Samstag mit sofortiger Wirkung alle öffentlichen Gottesdienste abgesagt. Diese Regelung gilt bis zum 3. April. Ein Gottesdienst des Fuldaer Bischofs Michael Gerber konnten Gläubige am Sonntag im Internet verfolgen. Das Bistum Limburg sagte von Montag an alle öffentlichen Gottesdienste ab. Auch Firmungen, Erstkommunionfeiern und gemeinsame Tauffeiern sind bis einschließlich Christi Himmelfahrt betroffen.

KLINIKEN: Auch Krankenhäuser ordnen strikte Maßnahmen an. Zum Schutz von Patienten und Mitarbeitern gilt im Klinikum Fulda ein generelles Besuchsverbot. Soweit medizinische, soziale oder palliativmedizinische Gründe eine Ausnahme notwendig machen, können Besucher nach telefonischer Absprache im Einzelfall zugelassen werden, hieß es. Ähnlich reagierte das Klinikum Hersfeld-Rotenburg. Ausnahmeregeln gibt es nur noch für Seelsorger, Eltern minderjähriger Kinder oder Besucher der Palliativstation. Auch Rechtsanwälte und Notare in beruflicher Eigenschaft sind von dem Besuchsverbot ausgenommen, während bei Geburten nur noch eine Begleitperson zugelassen wird. Auch im Main-Kinzig-Kreis gilt ab Montag ein umfassendes Besuchsverbot in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen sowie Reha- und Kurkliniken.

SPONTANE HILFE: Die Spieler des Handball-Zweitligisten TV Hüttenberg wollen wegen des eingestellten Spielbetriebs für Menschen in Quarantäne oder Risikogruppen das Einkaufen übernehmen. Und auch die Nachwuchsorganisationen von fünf normalerweise konkurrierenden Parteien wollen im hessischen Werra-Meißner-Kreis in der Coronakrise Erkrankten und Menschen in häuslicher Quarantäne gemeinsam unter die Arme greifen. Unter dem Motto "Wir gegen Corona" wollen die jungen Leute eine Telefon-Hotline einrichten und Einkäufe erledigen. Besonders Menschen aus Risikogruppen bedürften Hilfe aus der Mitte der Gesellschaft, heißt es einem gemeinsamen Aufruf der Jungen Union, der Jusos, der Jungen Liberalen, der Grünen Jugend und der Linksjugend.

dpa

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