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Panorama Corona-Krise trifft Fahrschulen: Schnelle Soforthilfen
Mehr Hessen Panorama Corona-Krise trifft Fahrschulen: Schnelle Soforthilfen
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09:06 12.04.2020
Ein Schild mit der Aufschrift «Fahrschule» auf einem Auto. Quelle: Swen Pförtner/dpa/Archivbild
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Frankfurt/Main

Die Corona-Krise hat auch die etwa 1000 Fahrschulen in Hessen hart getroffen. "Das gab es noch nie, dass man von heute auf morgen abschließen muss und damit von heute auf morgen keine Umsätze mehr generiert werden", sagt Frank Dreier, Vorsitzender des Landesverbands der hessischen Fahrlehrer. Das sei eine enorme Kraftanstrengung für die Branche. "Besonders hart trifft es Betriebe, die vor der Krise große Investitionen gemacht haben oder die gerade erst eröffnet haben und noch keine Chancen hatten, Rücklagen zu bilden."

Zudem hätten Fahrschulen einen gewissen Kostenapparat wegen ihrer Fahrzeuge, sowohl was die Anschaffung als auch die laufenden Kosten betreffe. Dreier selbst betreibt seit 20 Jahren eine Fahrschule in Bad Nauheim (Wetteraukreis). In dem 1970 von seinem Vater gegründeten Familienunternehmen stehen derzeit sieben Autos und fünf Motorräder still.

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Laut dem Landesverband haben viele Betriebe in Hessen Soforthilfen beantragt. Er habe überwiegend positive Rückmeldungen bekommen, dass die Anträge sofort bearbeitet und die Gelder schnell überwiesen worden seien, sagt Dreier. "Das hat in Hessen gut geklappt."

Landesweit seien die Fahrschulen seit Mitte März geschlossen. Seit Ende März dürfen dem Verband zufolge aber wieder Lkw-Führerscheine gemacht werden, "da diese als systemrelevant gelten".

Dieter Quentin, Vorsitzender der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände (BVF), wünscht sich von der Politik, "dass schnellstmöglich Regeln aufgestellt werden, unter denen ein Start in die Normalität wieder möglich ist". So könne man etwa mit einer geringeren Anzahl von Teilnehmern wieder Theorieunterricht zulassen, um genug Abstand zueinander einzuhalten. Sinnvoll sei auch eine Maskenpflicht bei der praktischen Ausbildung im Auto.

Gute Nachrichten gibt es für Fahrschüler: Wegen der Corona-Krise bekommen sie nach Angaben der Bundesvereinigung nun anderthalb Jahre Zeit, um nach bestandener Theorie- auch die Fahrprüfung zu meistern. Bislang galt hier eine Frist von einem Jahr.

dpa

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