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Panorama Bombenentschärfung in Darmstadt: 9000 Menschen betroffen
Mehr Hessen Panorama Bombenentschärfung in Darmstadt: 9000 Menschen betroffen
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15:02 11.03.2020
Ein Flatterband mit der Aufschrift «Polizeiabsperrung». Quelle: Patrick Seeger/dpa/Symbolbild
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Darmstadt

Nach dem Fund einer 500-Kilo-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg müssen am Freitagmorgen für die Entschärfung rund 9000 Menschen ihre Wohnungen verlassen. Betroffen von den Sicherungsmaßnahmen im Norden der Innenstadt sind auch elf Kitas, acht Schulen sowie Werkstätten und Wohneinrichtungen für Menschen mit Behinderungen, sagte Bürgermeister Rafael Reißer (CDU) am Mittwoch. Die von der Evakuierung des Sperrbezirks betroffenen Menschen sollten versuchen, bei Verwandten oder Freunden unterzukommen. Zudem gebe es zwei Hallen, in denen sich die Menschen aus dem Sperrbezirk aufhalten könnten.

Die Bombe war am Dienstag auf dem Messplatz bei Sondierungsarbeiten im Zuge eines geplanten Baus von Wohnungen gefunden worden. Sie lag einen Meter unter der Erde und hat zwei mechanische Zünder. "Es besteht keinerlei konkrete Gefahr im Augenblick", sagte Guido Martin vom Regierungspräsidium in Darmstadt, das für den Kampfmittelräumdienst in ganz Hessen zuständig ist. Eine Gefahr bestehe erst, wenn die Experten wie geplant gegen 11.00 Uhr mit der Entschärfung beginnen. Laufe alles glatt, könne die ganze Aktion binnen einer Stunde abgeschlossen sein. "Es ist sicherlich auch ein gewisses Glück dabei, dass nichts passiert ist, weil sie ja auch nicht so tief liegt", sagte Reißer über den Jahrzehnte unentdeckten Blindgänger.

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Bis 8.00 Uhr müssen am Freitag alle Menschen aus dem Sperrbezirk mit einem Radius von 750 Metern rund um den Bombenfundort verschwunden sein. "Polizei und Feuerwehr werden das Sperrgebiet mit verschiedensten Maßnahmen kontrollieren", sagte Erik Kadesch vom Polizeipräsidium in Darmstadt. Man werde Fußstreifen, Fahrradstreife, Lautsprecherwagen und auch einen Hubschrauber einsetzen. Rund 200 Beamte sollen gewährleisten, dass sich bei der Entschärfung keine Menschen mehr in der Gefahrenzone befinden. Der Verkehr soll weiträumig umgeleitet werden. Für die Betroffenen hat die Feuerwehr ein Bürgertelefon unter der Nummer 01651/132060 eingerichtet.

dpa