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Panorama Sturm, Stress, Schnee: Frühling fühlt sich anders an
Mehr Hessen Panorama Sturm, Stress, Schnee: Frühling fühlt sich anders an
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18:02 11.03.2019
Ein Windsack weht im Wind.
Ein Windsack weht im Wind. Quelle: Jens Büttner/Archiv
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Frankfurt/Main

Sturmtief "Eberhard" hat in Hessen seine Spuren hinterlassen - und die ungemütlichen Zeiten sind noch nicht vorbei. Mindestens bis zum kommenden Wochenende sind neben Regenschauern und Wind immer wieder starke bis stürmische Böen möglich, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Montag berichtete. "Ein Sturmtief jagt das Nächste und somit gibt es vorerst keine Chance, dass sich Hochdruckgebiete über Mitteleuropa durchsetzen", sagte Meteorologe Marco Manitta laut Mitteilung.

Was "Eberhard" am Wochenende in Hessen anrichtete, wurde vielerorts erst am Montag richtig sichtbar. Verletzte gab es nach ersten Erkenntnissen aber nicht. Der Polizei in Nordhessen wurden auch am Montag noch neue Sturmschäden gemeldet. Viele hätten da erst das Ausmaß der Schäden festgestellt, sagte ein Sprecher. Mehrere Kreisstraßen waren in Nordhessen, aber auch in anderen Landesteilen wie etwa im Kreis Marburg-Biedenkopf wegen umgestürzter Bäume weiter blockiert. Hingegen war die A 45 bei Herborn schon am Sonntagabend wieder für den Verkehr freigegeben worden, nachdem sich zuvor ein Firmendach gelöst hatte und auf die Autobahn zu fliegen drohte.

Auch der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) meldete wegen eines umgestürzten Baums Ausfälle im Busverkehr im Landkreis Offenbach. Nach Angaben der Deutschen Bahn kam es am Montag bei der Schnellfahrstrecke Köln-Rhein/Main vereinzelt zu Ausfällen und Verzögerungen. Mehrere Linien im Fernverkehr fielen am Morgen komplett aus - zum Beispiel der ICE 45 aus Köln Richtung Stuttgart über Wiesbaden und Mannheim. Umgestürzte Bäume im Gleis behinderten auch den Zugverkehr zwischen Kassel-Wilhelmshöhe und Hann. Münden (Niedersachsen).

Am Frankfurter Flughafen gab es am Montag zunächst keine witterungsbedingten Behinderungen. Wie eine Sprecherin der Deutschen Flugsicherung (DFS) sagte, sei jedoch am Sonntag die Startbahn West wegen starker Seitenwinde zeitweise nicht nutzbar gewesen. Da dadurch nur noch eine Startbahn zur Verfügung stand, sei es zu Verzögerungen gekommen. Auch bei den Anflügen habe es wegen des Sturms Probleme gegeben, mindestens zehn Maschinen mussten vor der Landung wieder durchstarten.

Im Taunus sowie in Nordhessen hatte der Montag mit Schneefall und Straßenglätte begonnen. Im Bereich des Großen Feldbergs waren Räumfahrzeuge im Einsatz. Wegen winterlicher Verhältnisse in Mittelhessen durften Lastwagen über 3,5 Tonnen nur den rechten Fahrstreifen auf Autobahnen benutzen, wie das Straßen- und Verkehrsmanagement "Hessen Mobil" mitteilte.

Einige Schüler in Hessen konnten sich aber freuen: An mehreren Schulen fiel der Unterricht wegen Sturmschäden aus. An der Erpetalschule in Wolfhagen (Kreis Kassel) hatte der Sturm das Dach zu einem Drittel abgedeckt, wie Schulleiterin Pia Jaensch sagte. Am Dienstag sollte der Unterricht wieder stattfinden. Auch im südhessischen Bensheim wurde in der Karl-Kübel-Schule der Ausfall des Unterrichts wegen Sturmschäden am Schulgebäude gemeldet. Sturmschäden gab es zudem auch an einer Kirche im Frankfurter Stadtteil Gallus, auf deren Kirchturm ebenfalls ein Teil des Dachs beschädigt wurde.

dpa