Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Panorama Beamter der höheren Justiz wegen Bestechlichkeit in U-Haft
Mehr Hessen Panorama Beamter der höheren Justiz wegen Bestechlichkeit in U-Haft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:21 24.07.2020
Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Quelle: David-Wolfgang Ebener/dpa/Archivbild
Anzeige
Frankfurt/Main

Wegen des Verdachts der Bestechlichkeit sitzt ein Beamter des höheren Justizdienstes in Untersuchungshaft. Der 53-Jährige soll einem Unternehmen zu Gutachtenaufträgen in strafrechtlichen Ermittlungsverfahren verholfen haben, wie die Staatsanwaltschaft in Frankfurt am Freitag mitteilte. Als Gegenleistung habe er von August 2015 bis Juli 2020 über 240 000 Euro erhalten.

Aufgrund von Aufträgen des beschuldigten Beamten, der für die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt tätig ist, soll das Unternehmen in den letzten 10 Jahren mehr als 90 Prozent seiner Einnahmen aus Gutachtenvergütungen von Justizbehörden in Höhe von über 12,5 Millionen Euro erzielt haben, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Dem 53-Jährigen sowie dem 54 Jahre alten Leiter des Unternehmens werden gewerbsmäßige Bestechlichkeit beziehungsweise Bestechung vorgeworfen. Auch der Unternehmer sitzt in Untersuchungshaft.

Anzeige

Laut Staatsanwaltschaft soll der 54-jährige Mann im Jahr 2005 das Unternehmen auf Initiative des Beamten gegründet und seitdem geleitet haben, dessen Geschäftszweck überwiegend in der Erstattung von Gutachten für Justizbehörden bestand. Die Ermittlungen gingen den Angaben zufolge auf eine Strafanzeige aus dem persönlichen Umfeld des Beamten zurück.

Am Donnerstag seien insgesamt zehn Objekte, darunter die Wohnungen der beiden Beschuldigten in Frankfurt und im Hochtaunuskreis sowie der Arbeitsplatz des Beamten, durchsucht worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Neben Bargeld im vierstelligen Bereich seien auch Unterlagen und elektronische Datenträger sichergestellt worden. Welche Funktion der Beamte genau ausübte, gab die Staatsanwaltschaft zunächst nicht bekannt.

dpa