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Panorama Bangen um hessische Weihnachtsmärkte
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09:37 24.10.2020
Der Frankfurter Weihnachtsmarkt erstrahlt im festlichen Lichterglanz. Quelle: Boris Roessler/dpa/Archivbild
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Frankfurt/Main

Hessens Städte bangen um ihre Weihnachtsmärkte. Seit die Zahl der Corona-Infektionen steigt, wird vielerorts diskutiert, ob man weiter planen oder frühzeitig absagen soll. Klar ist: In diesem Jahr wird alles anders.

In Frankfurt würden Ende kommender Woche die ersten Vorarbeiten für den größten Weihnachtsmarkt Hessens beginnen, sagt der Geschäftsführer der städtischen Tourismus und Congress GmbH, Thomas Feda. Eröffnet würde er am 23. November. "Ich hoffe auf eine politische Entscheidung in der nächsten Woche: Machen wir weiter oder nicht?", sagte Feda der Deutschen Presse-Agentur.

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Je länger man mit der Entscheidung warte, desto mehr Kosten entstünden der Stadt. Außerdem sei es "eine Sache der Fairness", den Marktbeschickern Planungssicherheit zu geben. Mehr als die Hälfte der Anbieter, die normalerweise nach Frankfurt kommen, machen in diesem Jahr ohnehin nicht mit. 2019 gab es Feda zufolge 220 Stände, dieses Jahr wären es laut Feda rund 100.

Eines ist klar: Falls die Weihnachtsmärkte stattfinden, wird das kein unbeschwertes Vergnügen. Eine Vielzahl von Gesundheits-, Sicherheits-, Hygiene- und Abstandsregeln müssen umgesetzt werden. Für die Städte bedeutet das höhere Kosten - zum Beispiel für Sicherheitspersonal, das die Einhaltung der Regeln kontrolliert.

Neben einer Maskenpflicht zwischen den Ständen dürfen zum Beispiel mancherorts Mandeln zwar gekauft, aber nicht im Laufen verzehrt werden. Bratwurst gibt es nur im Sitzen mit Angabe der Kontaktdaten. Auch ein Alkoholverbot steht möglicherweise zur Debatte.

Wiesbaden bleibt derzeit noch bei der Mitte Oktober vorgestellten Planung für den "Sternschnuppenmarkt". Statt dicht an dicht auf dem Schlossplatz sollen ab 24. November die Stände, Buden und Fahrgeschäfte auf weitere Plätze und Flächen verteilt werden, um das Bummeln zu entzerren. Mit dieser Planung will es die Wiesbaden Congress & Marketing GmbH ermöglichen, dass alle Marktbeschicker zugelassen werden können. Trotzdem gab es nach Angaben der Stadt einige wenige Absagen.

In Fulda dürfte das Konzept für den "Adventszauber", der statt des traditionellen Weihnachtsmarktes geplant ist, noch einmal auf den Prüfstand kommen, wie ein Stadtsprecher sagte. Bis zu 70 000 Menschen bummeln in normalen Jahren über den Fuldaer Weihnachtsmarkt. In diesem Jahr will die Stadt einem ausgeklügelten Konzept die Besucherzahl auf 3000 bis 6000 pro Tag beschränken. Doch auch das könnte angesichts der aktuellen Entwicklung zu viel sein.

Unter anderem soll es in Fulda Tickets für bestimmte Zeitfenster geben. Der Markt würde in bestimmte Bereiche eingeteilt - mit Ampeln an den Eingängen. Andere Städte waren am Freitag nicht zu erreichen.

Die Stadt Kassel hatte bereits vor gut zwei Wochen erklärt, man werde den "Märchenweihnachtsmarkt" in diesem Jahr coronabedingt in einem etwas anderen Format in der nordhessischen Stadt stattfinden lassen. Dem habe man derzeit nichts hinzuzufügen, sagte ein Sprecher der Stadt. Die Kassel Marketing GmbH arbeite an einem entsprechenden Konzept.

dpa