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Panorama Tafel bekommt 1,25 Millionen Euro vom Land
Mehr Hessen Panorama Tafel bekommt 1,25 Millionen Euro vom Land
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15:53 04.05.2020
Kunden der Tafel packen ihre Tasche mit Lebensmitteln voll. Quelle: Federico Gambarini/dpa/Archivbild
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Wiesbaden/Wetzlar

Angesichts der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise rechnen die Tafeln in Hessen künftig mit einer größeren Nachfrage nach Lebensmittelspenden. "Wir erwarten bis zu 20 Prozent mehr Kunden", sagte Willi Schmid, Vorsitzender des Vereins Tafel Hessen, am Montag in Wetzlar. Nach einer Zwangspause wegen der Pandemie öffnen viele hessische Tafel wieder, über die Hälfte der 57 Einrichtungen war zuletzt in Betrieb.

Die vergangenen Wochen hatten den Tafeln laut Schmid in vielerlei Hinsicht zu schaffen gemacht: Ein Großteil der 5000 Helfer, die Lebensmittel verteilen, ist aufgrund des fortgeschrittenen Alters besonders durch Covid-19 gefährdet. Gleichzeitig fiel durch die Schließung der symbolische Beitrag der Tafelkunden von einem bis zwei Euro weg. Und der Lebensmittel-Einzelhandel habe weniger gespendet, weil die Regale leer gekauft worden seien.

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"Wir konnten das zum Teil durch Großspenden von Erzeugern ausgleichen", sagte Schmid. Und über Netzwerk und Kommunen habe man neue Helfer wie Studenten gewinnen können. Auch Geld ist nun wieder da: Die Landesregierung unterstützt den Betrieb der Tafeln mit einmalig bis zu 1,25 Millionen Euro. "Durch die Ausbreitung des Coronavirus sind die Tafeln in eine schwierige Lage geraten, weil die bislang erfolgte Lebensmittelspenden ausbleiben", sagte Sozialminister Kai Klose (Grüne).

Das Geld reicht laut Tafel Hessen angesichts der bereits aufgelaufenen Kosten für den Betrieb bis Ende Juni. Die 57 Tafeln in Hessen unterstützen etwa 100 000 Menschen mit Essen und Dingen des täglichen Bedarfs. 25 000 Tonnen Lebensmittel verteilen sie pro Jahr an Bedürftige. "Wir hoffen, diese Menge trotz oder gerade wegen der Corona-Krise steigern zu können, da wir mit einem deutlichen Anstieg der Menschen, die zur Tafel kommen müssen, rechnen", sagte Schmid.

Gleichzeitig erlebten die Tafeln auch eine große Solidarität unter den Bedürftigen. "Die haben Verständnis dafür, wenn mehr Menschen mit der gleichen Menge Lebensmittel auskommen müssen."

dpa

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