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Landtagswahl 2018 Die Grünen dominieren in der Uni-Stadt
Mehr Hessen Landtagswahl 2018 Die Grünen dominieren in der Uni-Stadt
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15:28 29.10.2018
Die Grünen in Feierlaune: Sandra Laaz (von links), Max Langenbrink und Hans-Werner Seitz bejubeln das Landtagswahlergebnis. In Marburg landet die Partei bei den Zweitstimmen deutlich vor SPD und CDU. Quelle: Nadine Weigel
Marburg

Der Abwärtstrend der Sozialdemokraten in der Universitätsstadt geht weiter – bei der Bundestagswahl im Jahr 2017 wurden sie mit 22,6 Prozent in einer ihrer Hessen-Hochburgen bereits von den Konservativen (24,9 Prozent) eingeholt. Nun, mit 26,4 Prozent befinden sich auch die Grünen, die vor rund einem Jahr auf 
15,6 Prozent der Stimmen kamen, deutlich vor der Partei von Marburgs Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies, die 19,5 Prozent und somit weniger als im Landesergebnis holt.

Mit Ausnahme der Stadtteile Richtsberg sowie Dilschhausen, Hermershausen und Ronhausen übertrafen die Grünen fast überall die 20-Prozent-Marke oder kratzen an dieser. Als Hochburgen erweisen sich die Oberstadt samt dem Gebiet rund um die Ketzerbach, das Südviertel und das Nordviertel mit Ergebnissen zwischen 
 32 bis 41 Prozent.

SPD rutscht überall ab

Allerdings ist das Rekordresultat der Grünen in der größten Stadt des Landkreises wohl auch einer leichten Verschiebung innerhalb des linkspolitischen Lagers zu verdanken – auf Kosten der Linken, die zwei Prozent hinter ihrem Bundestagswahlergebnis lagen. Im Vergleich zur Landtagswahl vor fünf Jahren steigerten die Linken ihr Stadtresultat allerdings von 
8,5 auf 14,3 Prozent. Die Verteilung der stärksten Stimmbezirke ist ähnlich wie bei den Grünen: Oberstadt, Südviertel, aber auch am Ortenberg und am Unteren Richtsberg lag die Partei bisweilen weit jenseits der 20 Prozent. Einstellig bleiben die Linken aber in allen Außenstadtteilen außer Cyriaxweimar.

Die SPD erlitt die geringsten Verluste am Richtsberg, wohingegen sie selbst im lange stark roten Stadtteil wie Ockershausen zwischen fünf und sechs Prozent einbüßte. Quer durch die Kernstadt und von Cappel bis Wehrda, von der Marbach bis zum Ortenberg rutschte die SPD ab, mal um drei, mal um fünf, mal um noch mehr Prozent. Im Vergleich zu 2013 halbierten sich die Stimmanteile der Partei in manchen Wahlbüros von rund 40 auf 20 Prozent – etwa in Ockershausen oder dem Bezirk Hansenhaus.

Die CDU, die im Vergleich zu von vor einem Jahr rund vier Prozent und im Vergleich zur Landtagswahl im Jahr 2013 sieben Prozent verlor, räumt nur in vielen Außenstadtteilen überdurchschnittlich, um 30 Prozent ab. Auch Teile Wehrdas, Cappels und der Marbach zählen zu den stärksten Bezirken der Partei. In der Kernstadt und den umliegenden Stadtteilen sind die Verluste in Cappel und Wehrda am geringsten – einen Zuwachs können die Konservativen, ähnlich wie ihr Stadtregierungspartner SPD aber nicht verbuchen.

AfD fährt am Richtsberg
 ihre Topresultate ein

Die AfD legte zwar zu, aber nur minimal um 0,4 auf 7,5 Prozent. Vor allem am Richtsberg, wo sie etwa ein Viertel aller Stimmen und im Wahlbüro „Oberer Richtsberg Schule“ gar 33 Prozent einheimste, hat die Partei ihre Wählerbasis. Aber nicht nur dort, auch im Waldtal entschieden sich 16 Prozent 
der Wähler für die AfD. Auch in einigen Außenstadtteilen wie Ronhausen, Dagobertshausen, Bauerbach und Dilschhausen schnitt sie zweistellig ab – im Gegensatz zu den Innenstadtbereichen wie Oberstadt, Weidenhausen, Südviertel oder auch am Ortenberg oder im Nordviertel, wo die AfD deutlich unter dem städtischen Gesamtergebnis liegt.

Eine Schlappe erlitt die FDP, die ihr Marburger Bundestagswahlergebnis um Längen verfehlte, von 9,1 auf 5,8 Prozent stürzte. Am meisten Zuspruch, zweistellige Zahlen, gab es für die Liberalen in Ronhausen, Dagobertshausen und Wehrshausen. Innerstädtisch kam das beste FDP-Resultat rund um Emil-von-Behring-Schule und Barfüßertor zustande, Nichts zu holen gab es vor allem in den Gebieten wie Richtsberg oder Stadtwald, wo eher finanzschwache Bewohner leben.

von Björn Wisker