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Landtagswahl 2018 CDU und SPD verlieren, Grüne gewinnen
Mehr Hessen Landtagswahl 2018 CDU und SPD verlieren, Grüne gewinnen
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00:18 01.11.2018
Im Kreishaus verfolgte Ralf Laumer (SPD) auf einem Monitor die Ergebnisse aus den Wahlbezirken im Landkreis Marburg-Biedenkopf. Quelle: Nadine Weigel
Landkreis

Die großen Verlierer der Landtagswahl in den Wahlbezirken des Landkreises Marburg-Biedenkopf sind die Volksparteien CDU und SPD, die Grünen haben deutlich zugelegt. Die CDU erreichte ein vorläufiges Ergebnis von 28,23 Prozent, das sind fast 10 Prozent weniger als noch vor fünf Jahren. Die SPD hat noch deutlicher Federn lassen müssen. Sie verlor im Vergleich zur Landtagswahl im Jahr 2013 rund 16 Prozent der Stimmen. Das ist ein deutliches Signal an die SPD, dass es die Partei nicht geschafft hat, die Wähler von ihren Inhalten zu überzeugen.

Die Grünen hingegen gehen aus der Wahl deutlich gestärkt hervor. War ihr Ergebnis für fünf Jahren nur einstellig, so hat es sich in diesem Jahr mit 18,1 Prozent im Landkreis mehr als verdoppelt.

Nur 7,5 Prozent für AfD in Marburg

Auch die AfD setzt im Landkreis ihren Siegeszug fort. Jetzt ist die rechtspopulistische Partei in allen 16 Länderparlamenten vertreten – wenn auch nicht als drittstärkste Partei, so hat die Fraktion einen beachtlichen Zuspruch im Landkreis erhalten. Mit 20,4 Prozent hat die AfD ihr bestes Ergebnis in Neustadt erzielt, dicht gefolgt von der Hinterlandkommune Steffenberg (20,1 Prozent).

Knapp unter die 20-Prozent-Marke schaffte es die AfD in der multikulturellen Stadt Stadtallendorf. Auch in der Ostkreiskommune Wohratal hat die AfD mit 18,9 Prozent besser abgeschnitten als im Hessentrend, ebenso in der Hinterlandkommune Angelburg, wo die AfD 18,9 Prozent der Stimmen erzielte.

Das schlechteste Ergebnis erreichte die AfD in Marburg. Dort erhielt die Partei mit 7,5 Prozent nur einen einstelligen Wert, der vergleichsweise schlechte Wert ist die Ausnahme geblieben. Die CDU muss mit ihrem Wahlergebnis hadern. Schließlich hat es die Partei im Landkreis Marburg-Biedenkopf nur in neun Kommunen geschafft, die 30-Prozent-Marke nicht zu unterschreiten.

Bestes Ergebnis für SPD in Wohratal

Die Wähler erteilten mit ihrer Stimme der schwarz-grünen Koalition im Landtag einen Dämpfer. Ihr bestes Ergebnis erreichte die CDU in Amöneburg (39,3 Prozent). In Amöneburg erreichte die SPD hingegen ihren schlechtesten Wert mit 14,6 Prozent, gefolgt von Neustadt, Marburg und Stadtallendorf, wo die 20-Prozent-Marke ebenfalls nicht erreicht wurde. 28,5 Prozent, und damit den vorläufig höchsten Wert erreichte die SPD in der Gemeinde Wohratal. In den restlichen Kommunen schwankt der Prozentsatz zwischen 21 und 26 Prozent. Mit diesem Wahlergebnis dürften die Sozialdemokraten keinesfalls zufrieden sein.

Die Grünen erreichten mit 26,5 Prozent der Stimmen in Marburg ihr bestes Wahlergebnis, gefolgt von 18,6 Prozent in Lahntal. Alle anderen Ergebnisse befinden sich ebenfalls im zweistelligen Bereich und verdeutlichen, dass die Wähler, die den großen Volksparteien ihre Stimme verweigerten, nicht zwangsläufig die AfD gewählt haben.

Stadt Marburg ist Hessens Linken-Hochburg

Die FDP könnte ein wichtiger Partner werden, damit CDU und Grüne weiter in der Regierung bleiben. Auch die Liberalen haben ihr Ergebnis im Vergleich zur Wahl 2013 im Landkreis verdoppelt. Vor fünf Jahren lag die FDP mit 3,1 Prozent abgeschlagen am unteren Ende der Skala. Mit der  Wahl vom Sonntag hat die Partei im Landkreis wieder an Bedeutung gewonnen. Mit etwa 6,2 Prozent liegt die Entscheidung der Wähler nur knapp unter dem Hessentrend. Dort erreichte die FDP den klaren Einzug in das Parlament und wird somit ein attraktiver Koalitionspartner für die CDU und die Grünen sein.

Auch Die Linke hat sich im Landkreis mit ihrem Ergebnis im Vergleich zum Jahr 2013 verbessert. 2013 erzielte die Partei 4,5 Prozent der Stimmen, diesmal schaffte sie den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde. Ihr schlechtestes Ergebnis erzielte Die Linke mit 2,8 Prozent in Neustadt, das beste mit 14,4 Prozent in Marburg.

von Silke Pfeifer-Sternke