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Hessen Hoherodskopf: Todessturz von Turm kommt vor Gericht
Mehr Hessen Hoherodskopf: Todessturz von Turm kommt vor Gericht
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16:44 12.07.2018
Der Sprungturm kurz nach dem Unfall Ende August 2015 auf dem Hoherodskopf. Foto: Payer
Der Sprungturm kurz nach dem Unfall Ende August 2015 auf dem Hoherodskopf. Quelle: Payer
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Gießen

Ende August 2015 war ein zwölfjähriges Mädchen aus Hosenfeld im Landkreis Fulda bei einem unkontrollierten Sprung aus etwa sechs Metern seitlich von der Anlage gestürzt. Das Mädchen war statt ins Sprungkissen seitlich auf die Umrandung geprallt und schlug von dort mit dem Kopf auf ­einem Felsbrocken auf. Einen Monat nach dem Unfall starb sie an ihren schweren Kopfverletzungen (die OP berichtete).

Vor Gericht müssen sich dafür demnächst die beiden Betreiber des Kletterparks, Christoph H. und Stefan D., verantworten.

Gegen einen weiteren Mann, Christoph M., der während des Unglücks vor Ort auf dem Turm als Einweiser gearbeitet hatte, wird, anders als von der Staatsanwaltschaft beantragt, nicht verhandelt. Die Kammer sehe keinen hinreichenden Tatverdacht, so Gerichtspressesprecher Dominik Balzer. Christoph M. war demnach „weder nachzuweisen, dass er erteilte Weisungen missachtet hätte, noch waren hinreichende Anhaltspunkte für ihn ersichtlich, die ihn hätten veranlassen müssen, den Sprung zu unterbinden“.

Anders bei Christoph H. und Stefan D., die sich nun wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung verantworten müssen. Die 2. Strafkammer werde sich in dem Hauptverfahren insbesondere mit der Verkehrssicherheit der Sprunganlage und der Verantwortlichkeit der Betreiber zu befassen haben. Zweifel an der Sicherheit der Anlage hatten unter anderem Recherchen der OP erhärtet. Die Verhandlungstermine stehen noch nicht fest.

von Michael Agricola