Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Hessen Volksbank Mittelhessen trotzt Niedrigzinsphase
Mehr Hessen Volksbank Mittelhessen trotzt Niedrigzinsphase
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:55 13.01.2020
Dr. Peter Hanker, Vorstandssprecher der Volksbank Mittelhessen, legte die aktuellen Bilanzzahlen vor. Quelle: Oliver Schepp
Anzeige
Gießen

Mit dieser Summe, so teilte die Genossenschaftsbank am Freitag (10. Januar) mit, sei man nach wie vor die drittgrößte Volksbank Deutschlands. Die nun vorgestellten vorläufigen Geschäftszahlen – die der 202.992 Mitglieder und der mit der Volksbank Mittelhessen fusionierten Raiffeisenbank Ebsdorfergrund. Denn der Zusammenschluss ist abgeschlossen, die Zahlen ergeben sich aus dem konsolidierten Geschäft beider Institute.

„2019 war ein anspruchsvolles Geschäftsjahr für die Volksbank Mittelhessen. Die schwierigen Rahmenbedingungen, allen voran die Folgen der immer extremeren Niedrigzinspolitik, verschärfen sich zusehends. Vor diesem Hintergrund sind wir mit dem Ergebnis zufrieden“, kommentierte Vorstandssprecher Dr. Peter Hanker die ­Geschäftszahlen. Demnach habe das Geschäftsjahr aber auch im Zeichen wichtiger strategischer Entscheidungen gestanden. „Unser laufendes Strategieprojekt ,Change the Bank‘ stellt die Volksbank Mittelhessen neu auf und macht sie fit für die Zukunft. Zudem konnten wir die Fusion mit der Raiffeisenbank Ebsdorfergrund erfolgreich abschließen“, so Hanker.

Anzeige

Die Einlagen der Mitglieder und Kunden seien im vergangenen Geschäftsjahr der unbefriedigenden Zinssituation zum Trotz auf knapp 6,73 Milliarden Euro gestiegen – ein Plus von 207 Millionen Euro oder 3,2 Prozent. Das Kundendepotvolumen stieg zudem von 737 Millionen Euro auf 822 Millionen Euro. „Obwohl immer mehr Banken und Sparkassen die negative Einlagefazilität der EZB auch an Privatkunden weitergeben gilt für die Volksbank Mittelhessen nach wie vor: Keine Negativzinsen für private Sparer“, betont Hanker. 

Die Volksbank Mittelhessen ­lege die ihr anvertrauten Gelder ausschließlich vor Ort an. Zur Förderung der eigenen Mitglieder und der Region fließen die Mittel in Investitionen in Form von Krediten an gewerbliche und private Kunden sowie die öffentliche Hand. Trotz der unsicheren konjunkturellen Aussichten zeige sich die mittelständische Wirtschaft nach wie vor investitionsbereit. Und: Bei Privatleuten stünden vor allem Immobilien weiter hoch im Kurs.

In der Folge sei das Kreditvolumen um 3,4 Prozent auf 5,1 Milliarden Euro gewachsen. Innerhalb der vergangenen zwölf Monate habe die Bank laut der vorgelegten Zahlen neue Darlehen in Höhe von einer ­guten Milliarde Euro gewährt – dem gegenüber standen Tilgungen in Höhe von 756 Millionen Euro. Das Kreditvolumen im Privatkundensegment hat einen­ ­Anteil von 38,4 Prozent, das ­Firmenkundensegment einen Anteil von 61,6 Prozent. 

Leicht gestiegen ist auch das Zinsergebnis – von 129 Millionen Euro auf 135 Millionen Euro. Der Ergebnisbeitrag aus Provisionen summierte sich bis zum Stichtag auf 52 Millionen Euro – 5 Millionen Euro weniger, als noch ein Jahr zuvor. Die Allgemeinen Verwaltungsaufwendungen lagen vergangenes Jahr bei 120 Millionen Euro – und somit eine Million Euro ­höher als 2018. 

Die Bank erreicht im Geschäftsjahr 2019 ein Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit vor Bewertung in Höhe von 65 Millionen Euro – und liegt somit exakt auf Vorjahresniveau. Die Rücklagen der Bank sollen weiter steigen – entsprechend habe man diese um 12,7 Millionen Euro erhöht. Darauf sei im Wesentlichen auch das Bewertungsergebnis in Höhe von Minus 16 Millionen Euro zurückzuführen. Zudem sei vorgesehen, 6,7 Millionen Euro in den Fonds für allgemeine Bankrisiken einzustellen. 

Laut vorläufigen Zahlen beträgt das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit nach Bewertung 49 Millionen Euro – 6 Millionen Euro weniger, als im Jahr zuvor. Vorstand und Aufsichtsrat werden, so heißt es, der Vertreterversammlung die Auszahlung einer Dividende in Höhe von 5,5 Prozent vorschlagen.

von Andreas Schmidt