Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Bauen & Wohnen Steuervereinfachung für Fotovoltaikanlagen: Lohnt sich das?
Mehr Bauen & Wohnen Steuervereinfachung für Fotovoltaikanlagen: Lohnt sich das?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:48 17.07.2021
Wer eine kleine Fotovoltaikanlage hat, kann bei seinem Finanzamt beantragen, dass ein Liebhabereibetrieb vorliegt. Für die Anlage muss dann keine Einnahmen-Überschuss-Rechnung mehr abgegeben werden.
Wer eine kleine Fotovoltaikanlage hat, kann bei seinem Finanzamt beantragen, dass ein Liebhabereibetrieb vorliegt. Für die Anlage muss dann keine Einnahmen-Überschuss-Rechnung mehr abgegeben werden. Quelle: Nestor Bachmann/dpa-tmn
Anzeige
Berlin

Wer mit einer Fotovoltaikanlage oder mit einem Blockheizkraftwerk Strom erzeugt und diesen in das öffentliche Netz einspeist, muss die Einkünfte in seiner Einkommenssteuererklärung angeben. Gerade in der Anfangszeit fallen aber meist Verluste an. Deshalb verlangt das Finanzamt eine Prognose, ob mit der Anlage überhaupt Gewinn erzielt werden kann.

„Das ist nicht immer ganz einfach“, weiß Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler. Häufig unterstellt das Finanzamt eine steuerlich unbeachtliche Liebhaberei und will die Verluste aus der Fotovoltaikanlage nicht anerkennen.

Mehr zum Thema

Wind- und Solarenergie: Ökostrom deckt knapp die Hälfte des Stromverbrauchs ab

Solarstrom: Erzeugung höher als im gesamten Vorjahr

Stromerzeugung als Liebhaberei

Wer sich den Aufwand sparen und seinen Gewinn nicht versteuern möchte oder aber an einer Verlustverrechnung nicht interessiert ist, kann nun direkt bei seinem Finanzamt beantragen, dass ein Liebhabereibetrieb vorliegt. Steuerzahler müssen dann für ihre Fotovoltaikanlage keine Einnahmen-Überschuss-Rechnung mehr abgeben und die Einkünfte aus dem Verkauf des Stroms werden nicht besteuert.

Die Voraussetzungen dafür sind: Die Leistung der Anlage beträgt nicht mehr als zehn Kilowatt, sie wurde nach dem 31. Dezember 2003 erstmalig in Betrieb genommen, und sie ist auf einem selbst bewohnten Ein- oder Zweifamilienhaus installiert. Die Regelung gilt auch für kleine Blockheizkraftwerke mit einer elektrischen Leistung bis 2,5 Kilowatt.

Mehr zum Thema

Klimaschutzgesetz: Auf welche Eckpunkte sich die Fraktionen geeinigt haben

Neue Klimaziele der EU – die Vorschläge im Faktencheck

Vorsicht bei älteren Anlagen auf dem Dach

Ist die Anlage schon länger in Betrieb und wurden bisher Verluste vom Finanzamt anerkannt, ist allerdings Vorsicht geboten: Stehen die Einkommenssteuerbescheide aus den Vorjahren unter dem Vorbehalt der Nachprüfung oder ist die Gewinnerzielungsabsicht nur vorläufig anerkannt worden, sind die alten Bescheide noch änderbar.

„Wird dann die Steuerbefreiung beantragt, kann das teuer werden“, rechnet Klocke vor. Denn für die Vorjahre kann es dann zu Steuernachzahlungen und Zinsen kommen, weil angenommen wird, dass die Fotovoltaikanlage von Anfang an ohne Gewinnerzielungsabsicht betrieben worden ist. Wer die Vereinfachungsregel für seine schon bestehende Anlage nutzen möchte, sollte deshalb vorab prüfen, ob sich die neue Vereinfachungsregel für ihn finanziell lohnt oder nicht.

RND/dpa

Der Artikel "Steuervereinfachung für Fotovoltaikanlagen: Lohnt sich das?" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.