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Bauen & Wohnen Klimaanlage selber bauen: So funktioniert’s
Mehr Bauen & Wohnen Klimaanlage selber bauen: So funktioniert’s
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14:00 08.08.2020
Wenn der Fächer nicht mehr reicht, müssen größere Geschütze aufgefahren werden: Eine Klimaanlage lässt sich mit wenigen Handgriffen selbst bauen. Quelle: imago images / Panthermedia
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Deutschland stehen auch in diesem Sommer wieder heiße Tage und Nächte bevor. Rekord-Temperaturen bis zu 40 Grad sind inzwischen vielerorts keine Seltenheit mehr. Dabei macht sich die Kehrseite des Traumsommers vor allem zuhause bemerkbar. Wenn die eigenen vier Wände zur Sauna werden, hört der Spaß für viele auf. Glücklich, wer da eine Klimaanlage besitzt. Doch die ist teuer und nicht gerade energiesparend.

Klingt verrückt, funktioniert aber tatsächlich: In wenigen Arbeitsschritten lässt sich eine Klimaanlage ganz einfach selbst bauen. Wie das funktioniert, zeigen wir im Video.

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Kampf gegen die Rekordhitze! Klimaananlage einfach selbst bauen

Klimaanlage selber bauen: So einfach geht’s

Alles, was für den Bau der eigenen Klimaanlage benötigt wird, dürfte sich in jedem Haushalt finden.

Sie brauchen...

  • einen Stuhl,
  • ein Handtuch,
  • einen großen Eimer,
  • und einen Standventilator (zur Not beim Nachbarn ausleihen)

Der Bau selbst könnte kaum einfacher sein:

  1. Zunächst das Handtuch mit Wasser vollständig durchfeuchten
  2. Das nasse Handtuch anschließend über Lehne und Sitzfläche des Stuhls legen (Achten Sie darauf, dass dem Stuhl die Nässe nicht schadet.)
  3. Den Ventilator vor den Stuhl stellen und einschalten
  4. Das Handtuch am Fuße des Stuhls in einen Eimer voll kaltem Wasser hängen

Fertig ist die DIY-Klimaanlage. Um für eine stetige Kühlung zu sorgen, empfiehlt es sich, immer wieder kaltes Wasser nachzufüllen und dieses mit Eiswürfeln herunterzukühlen. Die Wärme lässt das Wasser verdunsten, der Ventilator beschleunigt den Prozess und verteilt die kühle Luft im Raum. So lässt sich die Raumtemperatur um bis zu 5 Grad reduzieren.

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Klimaanlagen: Angenehme Kühlung oder teure Stromfresser?

Natürlich kann die selbstgebaute Klimaanlage keine Wunder vollbringen. Doch auch wenn sie nicht so effektiv kühlt – für Erfrischung an den heißen Tagen eignet sie sich allemal. Damit ist die DIY-Klimaanlage eine günstige Alternative zu gekauften Geräten.

Denn diese haben nicht unbedingt den besten Ruf. Häufig gelten sie als teure Stromfresser – nicht ganz zu Unrecht, wie ein Test der Stiftung Warentest zeigt. Allerdings ist Klimaanlage nicht gleich Klimaanlage. Zehn Geräte hat die Stiftung getestet, fünf fest installierte und fünf mobile.

Stromkosten von mehr als 70 Euro im Monat

Die mobilen Varianten sind bereits für wenige hundert Euro erhältlich, ganz einfache Varianten kosten sogar unter 100 Euro. Diese sogenannten Monoblockgeräte können einfach in die Steckdose gesteckt werden. Der Haken: beim Abkühlen wird heiße Luft über einen Abluftschlauch nach draußen befördert, der aus dem Fenster hängen muss. Weil dadurch das Fenster immer einen Spalt offen stehen muss, gelangt die heiße Luft zurück in die Wohnung.

Ein weiteres Manko ist der hohe Energieverbrauch: Laut Experten vom Vergleichsportal “Verivox” verbrauchen mobile Klimaanlagen bei einer täglichen Nutzung von acht Stunden monatlich insgesamt 240 Kilowattstunden. Damit liegen die monatlichen Stromkosten für die Klimaanlage bei etwa 71 Euro.

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Klimaanlagen schaden der Umwelt

Der hohe Stromverbrauch ist nicht nur teuer, sondern treibt auch den globalen Energiebedarf gravierend in die Höhe. Laut der Internationalen Energieagentur (IEA) entfallen zehn Prozent des weltweiten Stromverbrauchs auf Klimaanlagen. Bis 2050 könnte sich der Stromverbrauch solcher Anlagen noch einmal verdreifachen.

Fest installierte Geräte, sogenannte Splitgeräte, verbrauchen weniger Strom und kühlen laut Stiftung Warentest gleichzeitig schneller. Diese Geräte bestehen aus einer Außen- und einer Inneneinheit. Dazwischen zirkuliert ein Kältemittel, das Wärmeenergie nach draußen transportiert. Damit sind sie deutlich energiesparender als mobile Geräte. Dafür ist der Kaufpreis aber auch höher: Die fünf getesteten Splitgeräte kosten zwischen 1870 und 2510 Euro.

Ventilator, Rollos und Fensterläden – Alternativen zur Klimaanlage

Eine deutlich günstigere und energiesparende Alternative ist der klassische Ventilator. Anders als die Klimaanlage kühlt dieser nicht selber, sondern sorgt durch Luftbewegung für ein erträglicheres Klima. Der Luftstrom trocknet Schweiß auf der Haut und schafft so einen Abkühlungseffekt. Ein Ventilator kostet in der Anschaffung um die 50 Euro. Wird er für einen Monat lang täglich acht Stunden betrieben, erzeugt er laut “Verivox” Kosten in Höhe von rund 4 Euro.

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Wer kein Geld ausgeben oder die Umwelt schützen möchte, kann sich auch ohne Gerät vor den heißen Sommertemperaturen schützen. Der beste Weg ist, die Hitze gar nicht erst hereinzulassen. Dazu sollten Fenster und Türen tagsüber immer geschlossen bleiben.

Wenn die Sonne auf die Fenster knallt, helfen außerdem Außenrollläden, Rollos oder Fensterläden dabei, die Hitze aus der Wohnung fernzuhalten. Erst am späten Abend kann die kühle Luft von draußen zur Abkühlung genutzt werden. In der Nacht sollte dann alles auf Durchzug stehen. So lassen sich die heißen Sommertage auch ohne teure Klimaanlagen einigermaßen aushalten.

RND/Mario Sadlau/Luisa Ziegler/pf

Der Artikel "Klimaanlage selber bauen: So funktioniert’s " stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.